Bitterorange, eine weißblühende Kübelpflanze

Die Bitterorange schätzt einen hellen und sonnigen Standort, steht sie hinter einem Fenster, darf es nicht zu heiß werden, im Sommer viel gießen

Die Bitterorange ist in vielerlei Hinsicht eine besonders ausgefallene Pflanze. Sie steht den Zitruspflanzen sehr nahe. Ihr früherer lateinischer Name: Citrus trifoliata. Im Gegensatz zu den Zitruspflanzen verliert sie jedoch im Winter ihre dreigeteilten Blätter.

Bitterorange, eine weißblühende Kübelpflanze

Eine weißblühende Kübelpflanze

Dann wird die grüne Farbe der Zweige und Dornen, die in den Blattwinkeln sitzen, besonders deutlich. Sie sind äußerst nützlich bei der Kohlendioxydassimilation, sogar noch bei ausgewachsenen Bitterorange-Bäumen. Diese Assimilation erfolgt bei den meisten anderen Pflanzen nur über die Blätter.

Normalerweise blüht die Bitterorange im Frühjahr. Dann ist der ganz in Weiß blühende Baum ein wunderschöner Anblick. Die Blüten duften zum Verwechseln nach Zitronen. Neue Blätter treiben erst wieder nach der Blüte. Sie setzen sich aus drei einzelnen, kleinen ovalen Blättern zusammen. An der Oberseite sind sie glänzend grün, an der Unterseite gepunktet.

 

Heckenpflanze

Die langen spitzen Dornen der Bitterorange haben sie zur fast idealen Hecken Pflanze gemacht: Denn die Dornen können schlimme Verletzungen verursachen. Ungebetene Gäste werden dadurch abgehalten. Nach der Blüte lässt sich diese Pflanze sehr gut in Form schneiden.

 

Zum Pfropfen geeignet

Da die Wurzeln der Bitterorange sehr viel widerstandsfähiger als die der Zitrone sind, werden sie gern als Pfropf-stamm verwendet, wenn Zitruspflanzen im Freien gezüchtet werden sollen.

 

Hübsche Früchte

Die Früchte der Bitterorange reifen im Herbst. Ihre Farbe ist grün mit einem gelben Schimmer. Die Frucht hat einen Durchmesser von 4 bis 5 cm, auch sie erinnert an eine unreife kleine Zitrone. Die Früchte sind nicht essbar.

In China und Japan jedoch werden sie gepresst und als Duftstoffe genutzt. Die Bitterorange gelangte um 1850 nach England. Und sofort fand sie Erwähnung in einem Pflanzenkatalog. Sie wurde als „guaranteed boyprof“ empfohlen: als sicherer Schutz gegen Jungen, die eine Bitterorangen-Hecke nicht überwinden konnten.

Bitterorange

Blüten

Die weiße Blütenpracht der Bitterorange im Frühjahr

 

Vermehrung der Bitterorangen

Bitterorangen lassen sich aus Kernen züchten. Entnehmen Sie im Herbst den reifen Früchten die Kerne. Abspülen und einen Tag lang trocknen lassen. Dann werden sie etwa einen Zentimeter tief in Blumenerde gesteckt. Bei üblicher Zimmertemperatur normal feucht halten. Die Bitterorange kann im Sommer aber auch durch Stecklinge vermehrt werden.

Dazu werden Trieb Stecklinge mit mindestens einem Blatt in trockenen Torf gepflanzt. Ebenfalls konstant feucht halten. Die Stecklinge sollten zwar hell stehen, aber nicht der sengenden Sonne ausgesetzt werden. Eine über die Stecklinge gestülpte Plastiktüte mit Luftlöchern kann den Wachtumsprozess beschleunigen.

 

Jahresrhythmus

Im Frühling wird die Bitterorange an einen natürlich hellen Platz gestellt. Nach einigen Wochen (wenn möglich mit täglichem Duschen) erscheinen an den kahlen Zweigen die Blüten. Das ist dann die schönste Zeit im Bitterorangen-Jahr. Im Sommer steht sie an einem sonnigen Platz. Im Winter steht sie kühl, eventuell mit künstlichem Licht.

Bitterorange

Früchte

So verlockend die Früchte auch aussehen, sie sind nicht essbar.

 

Ratschläge bei Krankheiten

Die Bitterorange ist eine relativ robuste Pflanze. Von Krankheiten und Schädlingen wird sie nur sehr selten befallen – vorausgesetzt, sie steht am richtigen Platz. Ist das allerdings nicht der Fall, dann werden Sie wenig Freude an der Pflanze haben. Sie wird dann häufig von Krankheiten befallen und sitzt oft von oben bis unten voller Schädlinge.

Haben Sie keinen kühlen Winter Platz mit Temperaturen unter 8°C, sollten Sie lieber auf die Pflanze verzichten. Oder eher noch versuchen, sie im Freien zu überwintern: in einem geschützten Innenhof oder vor einer warmen Süd Mauer, gut eingepackt und abgedeckt.

 

Spinnmilben

Spinnmilben stellen sich ein, wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Zu erkennen sind sie an den typischen Geweben in den Blattachseln. Einen kleinen Befall können Sie mit Seife-Spiritus Lösung bekämpfen. Ansonsten hilft ein Insektizid.

 

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Wildwachsend wird die Bitterorange als Baum 6 bis 7 m groß: als Zierstrauch 3 bis 4 m. Als draußen stehende Kübelpflanze entwickelt sie sich zu einem etwa 1 m hohen Bäumchen. Die Blätter sind oval dreigeteilt, sie fallen im Winter ab. Die Stämme haben lange Dornen.

Blüte und Duft

Die 3 bis 4 cm großen, sehr schönen Blüten sitzen im Frühjahr auf den kahlen Zweigen. Die Blüten duften nach Zitronen.

Licht und Temperatur

Die Bitterorange schätzt einen hellen und sonnigen Standort. Steht sie hinter einem Fenster, darf es nicht zu heiß werden. Draußen jedoch verträgt diese Pflanze auch volle Sonne. Im Winter sollte sie kühl stehen, sie verträgt sogar leichten Frost. Nicht aber Temperaturen über 8°C.

Gießen und Düngen

Im Sommer wird viel gegossen und reichlich gedüngt. Schon bevor die Pflanze im Herbst ihre Blätter verliert, sollte das Gießen reduziert werden. An einem kühlen Standort überlebt sie dann sogar einige Monate ohne Wasser. Gegen Mitte oder Ende Februar sollte dann wieder mit regelmäßiger Wasserzufuhr begonnen werden.

Erde und Umpflanzen

Die Bitterorange wächst besonders gut in geräumigen Kübeln, z.B. aus Ton. Eine gute Drainage ist ratsam. Normale Blumenerde wird im Verhältnis 3:1 mit grobem Sand gemischt. Die beste Umpflanz Zeit ist der Frühsommer, wenn die ersten frischen Blätter gekommen sind.

Schneiden

Die Form des Wuchses kann im Sommer durch Schnitt beeinflusst werden.

Vermehren

Durch Kerne oder Stecklinge.

Umgebung

Im Wintergarten. Oder im Sommer im Freien.

Bitterorange

Fast wie Zitronen

Früchte der Bitterorange: fast wie Zitronen.

 

Einkaufstipps

Da die Bitterorange bei uns selten angeboten wird, verbringen Sie doch den nächsten Urlaub in einem Mittelmeerland – und nehmen statt Souvenirs Früchte mit. Oder Sie erbitten sich Stecklinge und ziehen sie selbst.

 

Lebensdauer:

Im unbeheizten Wintergarten kann sie viele Jahre überleben.

Saison:

Reifezeit ist der Spätherbst.

Schwierigkeitsgrad:

Durchschnittlich.

 

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