Marienkäfer sind beliebte und nützliche Säuberungsräuber

Marienkäfer sind Nützlinge von größter Beliebtheit, sie leben von Blattläusen, manche auch von Schildläusen, Spinnmilben und Weißer Fliege

In Europa kommen nur etwa 100 Arten der über 4000 Arten zählenden Familie der Marienkäfer vor. Die meisten Arten leben in tropischem und subtropischem Klima.

Marienkäfer sind beliebte und nützliche Säuberungsräuber

Marienkäfer sind beliebte und nützliche Säuberungsräuber

Auch unsere heimischen Marienkäfer brauchen viel Wärme. Dann sind sie lebendig, laufen geschwind und fliegen wendig. Bei kühlem Wetter hingegen bewegen sie sich kaum.

Die Punkte auf ihren Flügeldecken sind ein Art typisches Kennzeichen, das vielfach auch zu der jeweiligen Namensgebung beigetragen hat. Die Anzahl der Punkte sagt also nichts über das Alter der Marienkäfer aus – wie fälschlicherweise oft angenommen wird.

 

Ernährung

Die meisten der bei uns vorkommenden Marienkäfer Arten leben von Blattläusen, manche auch von Schildläusen, Spinnmilben und Weißer Fliege. Nur ganz wenige ernähren sich von Pflanzen oder Pilz Geflechten.

Allerdings nehmen viele Käfer auch Blütenpollen und Nektar auf. Nicht wenige haben‘ sich auf ganz bestimmte Blattlaus Arten spezialisiert und sind deshalb meist dort zu finden, wo diese Läuse vorkommen. Ernährung und Witterung beeinflussen Entwicklung, Wachstum und Vermehrung der Marienkäfer entscheidend.

Marienkäfer

Eiablage

Marienkäfer

Frisch geschlüpfter Käfer

 

Vermehrung

Nur wenn Weibchen reichlich Nahrung finden, reifen ihre Eier heran. Bis zu 400 gelbe, ovale Eier legt ein Weibchen in Gruppen von 10 bis 30 auf die Blattunterseiten, meist in die Nähe von Blattlaus Kolonien. Schildläuse fressende Arten hingegen legen jeweils ein bis zwei Eier unter die Schilde der Beutetiere.

Die Larven schlüpfen nach sieben bis zehn Tagen. Sie sind länglich, oft dunkel gefärbt und durchlaufen vier bis fünf Entwicklungsstadien. In dieser Zeit benötigen sie Hunderte von Blattläusen. Nach drei bis sechs Wochen verpuppen sie sich auf Blättern oder Baumstämmen.

Die Puppen wirken rundlich zusammengeschrumpft und sind orange oder schwarz. Nach vier bis neun Tagen schlüpfen die orangegelben Käfer, deren Punkte noch kaum sichtbar sind. Die Entwicklung dauert einen bis drei Monate. Meist gibt es nur eine oder zwei Generationen pro Jahr.

Marienkäfer

Die Blattlaus Räuber fressen auch Pollen und Nektar

Marienkäfer

Überwinterung

 

 

Tipp

Verzichten Sie auf den Einsatz von giftigen Pflanzenschutzmitteln. Marien-käfer und ihre Larven sind sehr empfindlich gegenüber Insektiziden. Im Frühjahr keine Austriebs Spritzung vornehmen, die Frühjahrs Generation der Käfer sowie ihre Nahrungsgrundlage – die Blattläuse – werden dabei getötet. Fördern Sie vielmehr die kleinen Helfer, indem Sie heimische Gehölze anpflanzen, die auch Lebensgrundlage für die unterschiedlichen Blattlaus Arten sind, und indem Sie für Überwinterungsmöglichkeiten sorgen.

 

Überwinterungsmöglichkeiten

Marienkäfer

Hecken und Reisig Haufen

Hecken und Reisig Haufen bieten vielen Marienkäfer Arten Schutz. Lassen Sie Laub und Reisig Haufen den Winter über bis zum Frühjahr liegen.

Marienkäfer

Trockenmauern

Trockenmauern und alte Bäume sind mit ihren Spalten und Ritzen ein willkommenes Quartier für den Winterschlaf der Käfer.

Marienkäfer

In Schuppen

In Schuppen, Holzstößen, Vogelhäuschen, aber auch in Wohnungen, nisten sich Marien Käfer oft in ganzen Gruppen den Winter über ein.

Marienkäfer

Gebündelte Schilfrohre

Mit gebündelten Schilfrohren oder angebohrten Holzklötzen an geschützten Stellen können Sie Marienkäfern zusätzliche Angebote machen.

Marienkäfer und ihre Leistungen

Marienkäfer sind Blattlaus Feinde erster Güte und zählen zu den sogenannten Säuberungsräubern. Sie besitzen keine besonderen Fähigkeiten zur Blattlaus Jagd und sind deshalb unablässig auf Wanderschaft. Auf diese Weise weiden viele Marienkäfer verschiedenste Kulturen regelrecht ab. Die Nahrungssuche kostet die kleinen Käfer viel Kraft – entsprechend hoch ist ihr Energiebedarf.

Marienkäfer

Siebenpunkt

Große Käfer, wie der Siebenpunkt, fressen pro Tag bis zu 150 Blattläuse, kleinere Arten immerhin noch bis zu 60.

Marienkäfer

Larve des Siebenpunkt

Eine einzige Larve des Siebenpunkt benötigt für ihre Entwicklung bis zum Verpuppen bis zu 800 Blattläuse.

 

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