Fleischfressende Pflanzen, empfindlich und schön

Fleischfressende Pflanzen sind etwas ganz Raffiniertes und Spannendes auf der Fensterbank, ideal wäre ein geschlossenes Blumenfenster

Wer etwas Besonderes auf der Fensterbank liebt, wer auch mit empfindlichen Pflanzen gut fertig wird, der sollte sich unbedingt mal mit den grünen Fliegenfängern, den Fleischfressern, beschäftigen. Fleischfressende Pflanzen sind etwas ganz Raffiniertes und Spannendes auf der Fensterbank: Weil sie nicht nur wachsen wie jede andere Pflanze auch, sondern schon bei der leisesten Berührung in Bewegung geraten, Fliegen und Mücken erbarmungslos vertilgen und auch mal einen Käsekrümel nicht verschmähen.

Fleischfressende Pflanzen, empfindlich und schön

Fleischfressende Pflanzen, empfindlich und schön

Allerdings zählen sie bei uns zu den Raritäten. Man bekommt sie nur in großen Blumengeschäften zu kaufen und sieht sie auf der Fensterbank nur selten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie ein bisschen schwierig sind. Im normalen Wohnzimmer fühlen sie sich nicht besonders wohl, Ideal wäre ein geschlossenes Blumenfenster. Wer so etwas nicht hat, kann die Kannibalen aber auch in einem Glashafen oder Aquarienglas unter Kontrolle halten. Die Botaniker nennen diese Pflanzen übrigens Insektivoren, die Insektenfresser.

 

Unter Naturschutz

Wildwachsend findet man die Pflanzen auf der ganzen Welt, meist am Rande von Mooren und Gewässern. Allerdings sollten Sie, wenn Sie eine entdecken, nicht in Versuchung kommen, die Pflanze auszubuddeln: Sie stehen unter Naturschutz.

Fleischfressende Pflanzen

Venusfliegenfalle

Die Venusfliegenfalle besitzt Klappblätter, die bei einer Berührung zuschnappen.

 

Verschiedene Fallen

Zwar leben fleischfressende Pflanzen alle nach dem gleichen Speiseplan – wie sie aber die winzigen Insekten fangen, ist von Art zu Art verschieden. Manche Fleischfresser, wie etwa die Venusfliegenfalle, besitzen sogenannte Klappfallen. Bei ihnen sind die Blätter zweigeteilt und besitzen im Innern kleine Kontakthärchen. Werden diese berührt, schnappt die Falle zu.

Die Schlauchpflanzen dagegen haben tiefe Trichter, richtige Fallgruben (auch Kesselfallen genannt). Sind die Insekten erst einmal hineingerutscht, gibt es kein Entkommen mehr. Eine dritte Gruppe der Fleischfresser schließlich arbeitet mit Klebfallen. Bei ihnen sind die Blättchen mit einem klebrigen Sekret beschichtet. Verdaut werden die Insekten dann mit Hilfe von Fermenten, die alle Pflanzen absondern.

Fleischfressende Pflanzen

Fleischfressende Pflanzen, Taublatt

Das Taublatt besitzt feine Klebfallen an den schmalen Blättern.

 

Richtige Pflege für Fleischfressende Pflanzen

Wenn Sie ein solches Drama erleben wollen, müssen Sie Ihren Fleischfresser richtig pflegen. Zunächst einmal heißt das: Nicht zusätzlich füttern, also keinen Dünger geben. Dann müssen Sie die Moorpflanzen immer gut feucht halten. Im Sommer darf ruhig etwas Wasser im Gefäß oder Untersatz stehen. Das Wasser allerdings sollte möglichst Kalk frei sein. Normale Blumenerde ist nichts für diese Pflanzen. Sie wachsen am besten in ungedüngtem Torf. Im Fachhandel gibt es auch spezielle Insektivoren Erde zu kaufen.

 

 

Im Sommer sonnig, im Winter kühl

Einmal im Jahr sollten Sie alle fleischfressende Pflanzen umtopfen. Denn nach dieser Zeit fängt der Torf an zu verrotten und gibt dabei für die Pflanzen schädliche Stoffe frei.

Am besten gedeihen die Fleischfresser an einem Südost – oder Südwestfenster. Stehen sie in einem Aquarienglas irgendwo im Raum, kommen sie aber auch mit künstlichem Licht ganz gut zurecht. Den Winter über muss es kühler sein. Die meisten von ihnen schätzen dann Temperaturen zwischen 10 und 12°C. Ein Ausnahme macht nur die Kannenpflanze: Sie soll nie unter 18°C stehen. Wundern Sie sich nicht, wenn einige Pflanzen die Blätter fallen lassen: Das ist in der Ruhezeit normal. Im nächsten Frühjahr treiben sie dann wieder frisch aus. Übrigens sollten Sie stets für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Direktes Ansprühen aber vertragen diese Pflanzen nicht. Stellen Sie besser Wassergefäße oder Luftbefeuchter auf.

 

Noch ein Tipp: Kaufen Sie ausgewachsene Pflanzen. Die sind robuster.

Fleischfressende Pflanzen

Kannenstrauch

Beim Kannenstrauch fallen die Insekten in einen tiefen Schlund.

 

Einige Arten, Fleischfressende Pflanzen

Die bekannteste Fleischfresserin ist die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula). Sie ist bei uns so verbreitet, dass man sie auch in normalen Blumengeschäften bekommt. Von den Schlauchpflanzen aus Nordamerika werden bei uns vor allem zwei gehandelt: Die Sarracenia und die Darlingtonia, deren Blätter Kobraköpfen ähneln. Der bekannteste Vertreter der Klebfallen – Pflanzen ist der Sonnentau (Drosera), übrigens eine bei uns heimische Art. Dazu gehört auch das Taublatt (Drosophyllum). Aus den Tropen, aus Südostasien, stammt die Kannenpflanze (Nepenthes). Sie ist eine der schwierigsten Arten. Interessant sind übrigens auch die Fettkraut-Arten (Pinguicula), die hübsche Blüten bekommen.

Fleischfressende Pflanzen

Sonnentau

Feine klebrige Härchen besitzt der Sonnentau. Wenn sich ein Insekt erst einmal darauf niedergelassen hat, gibt es kein Entkommen mehr – nur noch den Tod.

 

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