Palmfarn oder Sagopalme, kann baumhoch werden

Der Palmfarn blüht nur alle paar Jahre einmal, mit männlichen und weiblichen Blüten auf verschiedenen Pflanzen, die Blüten sind unscheinbar

Der Stammbaum des Palmfarn (Cycas revoluta) reicht zurück bis ins Zeitalter der Dinosaurier. Es sind keine Pflanzen für ungeduldige Gärtner, weil sie in jedem Jahr nur einen neuen Blattkranz hervorbringen.

Die heute noch existierenden Palmfarn-Arten sind lebender Beweis für fossile Pflanzen, die in der Urzeit der Erdgeschichte im Trias und in der Kreidezeit vor rund 100 bis 130 Millionen Jahren wuchsen.

Palmfarn, kann baumhoch werden

Weibliche und männliche Pflanzen

Diese Mitglieder der selten gewordenen Familie der stamm bildenden Farne (Cycadaceae) stehen in ihrer Entwicklung zwischen den Blüten – und den Sporenpflanzen. Die Befruchtung von Eizellen entspricht eher den Sporenpflanzen, Tieren und Menschen – und nicht den Blütenpflanzen.

Die männlichen Geschlechtszellen sind beweglich, im Gegensatz zu Blütenpflanzen, die unbewegliche haben. Der Palmfarn kann beides sein, männliche und weibliche Pflanze. Der Botaniker nennt das zweihäusig.

 

Verwandt mit den Nadelbäumen

Obwohl Palmfarne vom Wuchs her Ähnlichkeit mit den Palmen haben, gehören sie botanisch nicht dazu. Eher sind sie wohl noch mit den Nadelbäumen verwandt. Die meisten Palmfarne haben holzartige, zylindrische oder knollenförmige Stämme und große, steife Wedel, die meterlang werden können.

Die Wedel sind dunkelgrün mit engstehenden Nadeln, die an der Wedelspitze fast Stacheln gleichen. Die langen, starren Cycasblätter, die sehr lange halten, waren früher die bekannten „Palmsonntagswedel“. Heute findet man die schönsten und größten Palmfarne in den Treibhäusern unserer Botanischen Gärten.

Palmfarn

Palmfarn

 

Vermehrung auf drei Arten möglich

Samenbildung

Einen Palmfarn kann man durch Samen vermehren, aber auch durch Seitentriebe oder Teilstücke des Stammes. Alle Methoden sind nicht gerade die ideale Amateurarbeit. Besitzen Sie aber eine Cycas mit Samen oder Seitentrieben, dann probieren Sie es doch einmal aus.

Samenvermehrung

Säen Sie innerhalb eines Monats nach Samenreife in eine flache Schale mit einer Mischung aus Blumenerde und Sand. Die beste Keimtemperatur: 25-30° C. Bis die ersten Spitzen zu sehen sind, kann es Monate dauern. Nach zwei bis drei Monaten werden die Keimlinge umgetopft und halbschattig gestellt.

Vermehrung durch Seitentriebe

Ältere Pflanzen bekommen an der Stammbasis oft eine Art Seitentriebe. Diese kann man abschneiden und für die Vermehrung benutzen. Damit nicht zu viel Wasser verdunstet, werden eventuell vorhandene große Blätter entfernt. Stecken Sie den Trieb in Erde, und halten Sie den Topf etwa 30°C warm, bis sich nach einigen Monaten neue Wurzeln gebildet haben.

Vermehrung durch Stammstücke

Wenn Palmfarne von weit her geschickt werden, treten oft nur die Stämme, ohne Blätter und ohne Wurzeln, die Reise an. Sie können dann, wenn sie an Ort und Stelle angekommen sind, genauso wie Seitentriebe zum Wurzelbilden gebracht werden.

Aber egal, welche Methode zur Vermehrung man benutzt, es ist immer mühsam. Das Keimen dauert Monate, das Wachsen dauert Jahre. Einfacher ist es, wenn Sie die Blumengeschäfte nach einem „fertigen“ Palmfarn absuchen.

 

 

Ein Sagobaum

Unsere Cycas revoluta stammt aus Java, China oder Japan. Bekannt ist sie auch als Sagopalme oder Sagobaum, ganz korrekt „zurückgerollter Sagobaum“. Zurückgerollt sind die Blattränder; eine Art Sago wird aus dem Mark des Stammes gewonnen. Heutzutage werden Palmfarne fast überall gezüchtet, meist in warmen Treibhäusern.

 

Ratschläge Gesundheit

Ältere Farne sind meist recht gesunde und robuste Pflanzen. Jüngere, kleine Pflanzen werden leicht krank und müssen deshalb sorgsam gepflegt werden.

Beim Abschneiden der Seitentriebe können sich an den Schnittstellen Infektionen entwickeln. Reiben Sie diese mit Holzkohle ein.

Palmfarn

Sagopalme

Sagopalme, etwa 5 Jahre alt

 

Tipp einkaufen

Der Farn sollte unbeschädigte Wedel mit frischen, dunkelgrünen Blättchen haben.

 

Lebensdauer:

Er kann uralt werden.

Saison:

Der Farn wird ganzjährig, aber nicht überall angeboten.

Weitere Namen:

Sagopalme, Cycaspalme.

Palmfarn

Männliche und weibliche Blüten

Bei den Palmfarnen gibt es männliche und weibliche Blüten. Die männlichen sitzen auf kugelförmigen Blütenständen

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Alte Palmfarne können baumhoch werden. Das dauert allerdings sehr viele Jahre.

Blüte und Duft

Der Palmfarn blüht nur alle paar Jahre einmal, mit männlichen und weiblichen Blüten auf verschiedenen Pflanzen. Die Blüten sind unscheinbar. Männliche Pflanzen besitzen einen dichten, kugelähnlichen Blütenstand, weibliche entwickeln Samen an den Rändern einiger Blätter.

Licht und Temperatur

Der ideale Platz ist im Frühjahr und Sommer halbschattig bis schattig, im Winter hell. Der Palmfarn braucht viel Wärme: beim Austreiben 25° C, im Sommer 22° C, zum Überwintern 15° C. Ältere Pflanzen vertragen auch etwas Sonne.

Gießen und Düngen

Im Winter braucht der Palmfarn nur wenig Wasser. Erst wenn sich neue Blätter bilden, wird reichlich gegossen und auch gedüngt. Die Luftfeuchtigkeit soll hoch sein: Übersprühen Sie die Pflanze regelmäßig. Gelegentliches Überbrausen wäscht den Staub von den Wedeln.

Erde und Umpflanzen

Im Frühjahr wird die Pflanze in einen neuen, nicht zu großen Topf gesetzt. Als Erde nimmt man eine nicht zu leichte Sandmischung.

Schneiden

Alte Wedel, die hässlich werden, kann man unten am Stamm abschneiden.

Vermehren

Palmfarne kann man durch Samen, Seitentriebe oder Stammstücke vermehren.

Umgebung

Ein Palmfarn ist eine außergewöhnlich schöne Einzelpflanze – besonders ältere Pflanzen sollten von allen Seiten zu sehen sein. Aber auch mit einer Bodenbepflanzung, zum Beispiel mit buntblättrigem Efeu oder einer Kriechfeige, sieht er dekorativ aus.

 

Weitere Farne

1 Schwertfarn, elegant herabhängende, starkgefiederte Wedel

2 Schildfarn wird auch als Filigranfarn bezeichnet

3 Saumfarn ist eine graziöse pflegeleichte Zimmerpflanze

4 Speerfarn, ein kleiner Farn mit gefiederten Blättern