Wasserhyazinthe, eine recht üppige Wasserpflanze

Setzen Sie die Wasserhyazinthe in ein sonniges, nicht zu tiefes Becken, die Temperatur sollte möglichst nicht unter 18° C fallen

Die Wasserhyazinthe hat hübsche blauviolette Blütenstände, die an eine normale Frühlingshyazinthe erinnern. Sie kann draußen im Teich gezogen werden, aber auch drinnen in einem Aquarium.

Wasserhyazinthe, eine recht üppige Wasserpflanze

Wasserhyazinthe, eine recht üppige Wasserpflanze

Die Wasserhyazinthe ist eine recht üppige WasserpflanzeWasserhyazinthe, die aus den tropischen Gebieten Südamerikas stammt. Von dort aus hat sie ihren Siegeszug über die ganze Welt angetreten. 1902 kam sie nach Indien, 1950 nach Afrika, mitgebracht und gepflanzt von Menschen, die von der Schönheit der Pflanze gefesselt waren. Auch bei uns ist sie in jeder Wassergärtnerei vertreten.

 

Eine Plage in den Tropen

In vielen tropischen Ländern würde man heute allerdings den Import der Wasserhyazinthe am liebsten rückgängig machen. Denn die Pflanze vermehrt sich wie die Pest. Sie wuchert über Flüsse und Seen, so dass bald kein Boot mehr darauf fahren kann. Alle 14 Tage etwa verdoppelt sich die Anzahl der Pflanzen. Wer mit zehn Pflanzen beginnt, kann nach einem halben Jahr schon 50000 Exemplare besitzen. Kein Wunder, dass man sie oft als wahre Plage bezeichnet. Um mit dieser Pflanze zurechtzukommen, werden oft chemische Mittel eingesetzt. Allerdings ist das keine ungefährliche Methode, da man damit das biologische Gleichgewicht des Wassers stören kann.

 

Mit Schwimmblasen

Bei uns kennt man als Wasserhyazinthe vor allem Eichhornia crassipes. Diese hat lange, glatte, glänzende Blätter. Der Blattschaft ist stark geschwollen und dient der Pflanze als Schwimmer. Im Laufe des Sommers erscheinen die hübschen blau violetten Hyazinthenblüten, die einen zarten Duft verströmen. Ihre Ähnlichkeit mit „richtigen“ Hyazinthen hat der Pflanze den Namen gegeben.

 

Wächst sehr schnell

Auch im kleinen Gartenteich bildet die Wasserhyazinthe ununterbrochen lange Ausläufer mit neuen Pflanzen. Diese kann man abschneiden, zur Vermehrung benutzen – oder an andere Teich Besitzer verschenken.

Wasserhyazinthe

Wasserhyazinthe

Die blauen duftenden Blüten der Wasserhyazinthe erinnern an die bekannten Frühlingsblumen.

 

Die richtige Pflege im Sommer und Winter

Wenn man die Pflanze in einem Aquarium oder einem anderen Wasser gefüllten Gefäß drinnen im Haus hält, dann braucht man das ganze Jahr über eigentlich nichts anderes zu tun, als sie ein wenig im Zaum zu halten. Anders ist es, wenn sie im Freien, in einem Bassin oder Teich wächst. Dann muss man einige Regeln beachten.

 

Juni

Mitte Juni, wenn das Wasser eine Temperatur von über 18° C hat, beginnt die Pflanze zu wachsen. Niedrigere Temperaturen mag sie nicht. Ein Tipp: Je flacher das Becken, desto schneller erwärmt sich das Wasser bei Sonne. Den ganzen Sommer über blüht die Wasserhyazinthe und bildet unzählige Ausläufer. Breitet sie sich zu sehr aus, muss man zur Schere greifen.

 

September

Winterhart ist die Wasserhyazinthe nicht. Fallen die Wassertemperaturen unter 15° C, muss sie aus dem Wasser genommen und ins Haus gebracht werden. Dort kann sie entweder in einem Aquarium weiterwachsen, oder Sie füllen in einen Eimer etwas Erde aus dem Teich, setzen die Pflanze hinein und gießen so viel Wasser auf, dass immer 1 cm Wasser über der Erde steht. Stellen Sie den Eimer hell, aber frostfrei auf. Auf diese Art werden auch viele andere Wasserpflanzen überwintert. Steigt die Wassertemperatur im Frühsommer, kommt die Pflanze wieder hinaus.

 

 

Ratschläge bei Krankheiten

Wasserhyazinthen sind recht robuste Pflanzen, die nur selten krank oder von Schädlingen befallen werden.

Grauschimmel

Das größte Problem ist meist das richtige Überwintern, Ist die Temperatur im Winterraum zu hoch und die Luft zu feucht, kann sich Grauschimmel bilden. Dann müssen Temperatur und Feuchtigkeit wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Benutzen Sie ein Pilzmittel.

Wasserhyazinthe

Wasserhyazinthe

Auch ohne Blüten sieht die Wasserhyazinthe lustig aus, wenn sie mit ihren aufgeblasenen Blättern auf dem Wasser schwimmt.

Lebensdauer:

Bei richtiger Überwinterung viele Jahre.

Saison:

Wird sie im freien gezogen, ist der Sommer Hauptsaison, sonst das ganze Jahr.

Schwierigkeitsgrad:

Diese Wasserpflanze ist eine leicht zu ziehende und schwieriger zu überwinternde Pflanze.

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Die Blätter wachsen in Rosetten. Am Fuß sind sie zu dicken, blasenartigen Gebilden verformt. Die ganze Pflanze wird nicht größer als 20 bis 30 cm – und das inklusive Blütenstand.

Blüte und Duft

Während des ganzen Sommers entwickeln sich immer neue blau violette Blüten, die in Scheinähren zusammensitzen. Wenn es windstill ist, bemerkt man einen süßlichen Duft.

Licht und Temperatur

Setzen Sie die Wasserhyazinthe in ein sonniges, nicht zu tiefes Becken. Die Temperatur sollte möglichst nicht unter 18° C fallen; nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Überwintern soll die Pflanze bei 10-15° C.

Gießen und Düngen

Gießen brauchen Sie Teichpflanzen natürlich nicht. Auch Düngen entfällt bei dieser Pflanze.

Erde und Umpflanzen

Erde braucht die Wasserhyazinthe nicht. Sie schwimmt auf der Wasseroberfläche.

Schneiden

Beschnitten wird die Pflanze nicht. Man kann aber einen Teil der Blätter abpflücken, wenn der Teich zuwächst.

Vermehren

Im Frühjahr, wenn es wärmer wird, bilden sich Ausläufer, die man abschneiden kann. Samen ist so gut wie nie zu bekommen.

Umgebung

Die Wasserhyazinthe gehört in Teiche, Bassins oder Aquarien.

 

Weitere Wasserpflanzen

1 Hornblätter sind schöne, leicht zu züchtende Wasserpflanzen

2 Hechtkraut, hervorragend als Uferbepflanzung geeignet

3 Blumenbinse, mehrjährige Sumpfpflanze mit kräftigen Rhizomen

4 Lotosblume, mehrjährige Wasserpflanze, auch für den Teich

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