Rostpilze gehören zu den ältesten Pflanzenkrankheiten

Rostpilze sind in der Landwirtschaft gefürchtet, im Garten machen sie schon weniger Sorgen, und bei Zimmerpflanzen trifft man sie nur selten an

Rostpilze gehören zu den ältesten Pflanzenkrankheiten die wir kennen. Alten Schriften kann man entnehmen, dass schon die Bauern im römischen Altertum damit zu kämpfen hatten. Bei ihnen war vor allem das Getreide befallen – so konnten Rostpilze sogar Hungersnöte auslösen. Schon aus dem Jahre 700 v. Chr, kennt man Beschreibungen von Opferfesten, die die Götter gnädig stimmen und den Rostpilz fernhalten sollten, um Katastrophen abzuwenden.

Rostpilze gehören zu den ältesten Pflanzenkrankheiten

Rostpilze erkennt man an den Sporenhäufchen, die zwar unter den Blättern sitzen, aber so weit nach oben gedrückt werden, dass sie fast an der Blattoberseite durchbrechen. Ihre Farbe ist unterschiedlich, reicht von einem schmutzigen Weiß über Orange und Rot bis hin zum Rostbraun. Im Laufe der Zeit werden es immer mehr Sporenhäufchen, die immer dichter zusammensitzen. Die Folge: Die Blätter schrumpfen zusammen, vertrocknen und fallen ab.

 

Besonders schlimm in der freien Natur

Bei den wildwachsenden Pflanzen kommen immer wieder Rostpilze vor. Aber auch die Landwirtschaft hat vor allem beim Getreide sehr darunter zu leiden.

Für den Hobbygärtner sind sie eine seltenere Pilzerkrankung, längst nicht so häufig wie zum Beispiel Mehltau. Rost kennt man vor allem von Rosen. Auch Balkonpflanzen sind nicht gefeit. Im Zimmer auf der Fensterbank dagegen trifft man Rost selten an.

 

Mehrere Wirte

Die meisten Rostpilze brauchen mehrere Pflanzen, mehrere „Wirte“ zu ihrer Entwicklung. Man nennt sie deshalb auch wirtswechselnde Pilze. Besonders bekannt ist etwa der Rostpilz der Fuchsien, der gleichzeitig auf die Nachbarschaft von Weißtanne oder Weidenröschen angewiesen ist. Solche Rostpilze kann man schon dadurch verhindern, dass man den Zwischenwirt ausschaltet. Ein typischer wirtstreuer Rostpilz, der nur eine Pflanzenart zum Leben braucht, ist der Pelargonienrost, der nur auf Zonalpelargonien lebt.

 

Schwer zu bekämpfen

Da die Rostpilze im Gewebe der Pflanze sitzen und sich von ihrem Zellsaft ernähren, kann man sie kaum wirksam bekämpfen. Zunächst einmal müssen sämtliche erkrankten Teile der Pflanze abgeschnitten und in die Mülltonne geworfen werden (nicht auf den Kompost). Nur den Rest der Pflanze und die dicht daneben stehenden Pflanzen können Sie mit einem speziellen Pilzmittel vor Ansteckung schützen. Diese Fungizide müssen meist mehrmals im Abstand von mehreren Tagen angewandt werden. Lesen Sie sich die Beschreibungen auf der Verpackung gut durch.

Rostpilze

Blätter von Getreidepflanzen

Man sieht Rost vor allem an Blättern von Getreidepflanzen

 

Rosenrost

An Gartenrosen kann man schon im Frühjahr die ersten Sporenhäufchen feststellen. Wird dann nichts unternommen, kann sich der Pilz meist ungehemmt ausbreiten. Das Gefährliche daran ist: Er überwintert auch noch – und zwar einmal als Pilzgeflecht in den Ästen, und zum anderen als dunkelbraune Wintersporen an den abgefallenen Blättern. Deshalb müssen alle abgefallenen Blätter sorgfältig aufgesammelt und vernichtet, am besten verbrannt werden.

Gleich beim ersten Austrieb im Frühjahr müssen Sie die Rosen spritzen. Gerade für die Bekämpfung des Rosenrostes gibt es in Gartenfachgeschäften ganz spezielle Sprühmittel, die neues Auftreten verhindern.

 

 

Chrysanthemen-Rost

Rostpilze, die an Chrysanthemen vorkommen, bilden schmutzig weiße Beläge unter den Blättern. Später ändert sich dann die Farbe der Sporenhäufchen, wird dunkler, fast braun.

Diese Pilze kommen vor allem in Gewächshäusern vor, wo die Pflanzen bei hoher Luftfeuchtigkeit stehen. Meist wird ihr Vorhandensein erst festgestellt, wenn sich die Blätter zusammkrümen und verformen.

Manchmal kann man weiteren Befall verhindern, indem die Temperatur erhöht wird. Bei 30°C kann der Pilz nicht mehr überleben. Es ist nicht sicher, ob Chrysanthemen so hohe Temperaturen längere Zeit überleben.

Rostpilze

Rost

Rost an Schwarzen Johannisbeeren, im August fotografiert

 

Rost an schwarzen Johannisbeeren

Dieser Pilz wechselt zwischen Johannisbeere und Pinus strobus. Am Beerenstrauch entdeckt man den Befall im Sommer als schwarze Stellen an den Blättern. Am Pinus dagegen zeigt sich der Pilz schon im Frühjahr als eine Art aufgeplatzte Blase. Auch hier gilt: Kranke Pflanzenteile entfernen, abgefallene Blätter einsammeln und vernichten, einmal vor und einmal nach der Blüte mit einem schwefelhaltigen Mittel spritzen.

Rostpilze

Rostpilze

Ganz schlimm von Rostpilzen ist diese Amaryllis Zwiebel befallen. Lassen Sie ein Mittel in die Häute sickern.

 

Stockrosenrost

Er zeigt sich im Sommer als kleine, orangefarbene Flecken auf den Blättern, die später graubraun werden.

Hier hat es sich gezeigt, dass Stockrosen, die dicht an der Hauswand stehen, sehr viel schneller befallen werden als solche, die einen luftigen, freien Platz haben. Auch eine sehr gute Pflege, regelmäßiges Gießen und Düngen, hält die Pflanzen bei Kräften und dämmt so den Befall ein.

 

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