Majoran (Origanum majorana) ist ein Gewürzkraut

Der Majoran (Origanum majorana) kann einer kletternden Erbse ähneln, er ist als Gewürz aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken

Majoran lässt sich auch in Töpfen gut auf dem Fensterbrett und Balkon halten. Natürlich kann man auch abgepackte, getrocknete Kräuter verwenden. Aber mit frischen, selbstgezogenem Majoran ist das Experimentieren in der Küche noch mal so interessant.

Majoran ist ein Gewürzkraut

Majoran für viele Gerichte

Am besten schmeckt das Gewürzkraut frisch. Und am allerbesten in Erbsensuppe. Aber auch zahlreichen anderen Gerichten gibt er eine raffinierte Note. Zum Beispiel den verschiedensten Gemüsesuppen, milden Soßen, erfrischenden Salaten, Eintöpfen und Ragout. Frisch sollte man ihn erst kurz vor dem Garwerden beigeben.

Getrocknet wird er mitgekocht und zwar bei Hackfleischgerichten, Kartoffeln, Gemüsen, Schweine – und Lammbraten.

 

Majoran selbst züchten

Bei dieser Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten sollte eigentlich jeder seinen Majoran selbst anbauen. Das ist weder in kleinen Kästen auf der Küchenfensterbank noch auf dem Balkon oder im Garten ein Problem. Der einfachste Weg: Sie pflanzen einfach gekaufte kleine Pflanzen ein. Etwas mühsamer, aber preiswerter: die eigene Aussaat.

 

Tipp

Will man im Winter jederzeit frischen Majoran haben, säen Sie ihn im Juli noch einmal neu aus. Später die Pflanzen in Töpfe setzen und ans helle Fenster stellen.

Majoran

Majoran und Basilikum im Topf in der Küche

 

Der richtige Umgang mit Majoran

Küchenkräuter sind geschmacklich umso intensiver, je frischer sie sind. Und je öfter man frische Spitzentriebe für die Verwendung in der Küche abschneidet, desto häufiger wachsen sie auch nach. Haben Sie keine Angst – die Pflanzen stellen ihr Wachstum nicht ein.

 

Treffen Sie Vorsorge für den Winter

Wer keine Möglichkeit hat, das ganze Jahr über frischen Majoran heranzuziehen, der sollte ihn ruhig auch trocknen. Getrockneter Majoran ist immer noch besser als gar keiner. Schneiden Sie die Zweige ab, bevor sich die ersten Knospen öffnen, denn dann hat er sein stärkstes Aroma.

Die beste Tageszeit: der frühe Morgen oder der späte Abend – nur nicht in der Mittagshitze. Wenn Sie die Pflanzen nicht zu tief herunterschneiden (auf 6-7 cm), dann wächst sogar noch einmal eine zweite Ernte nach. Die geschnittenen Zweige werden zusammengebunden (am besten mit einem Gummiband) und an einem luftigen, aber schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt, immer mit dem Kopf nach unten. Sind die Blättchen dann wirklich völlig trocken, werden sie von den Zweigen abgestreift und in Gläsern aufbewahrt, die sich möglichst luftdicht verschließen lassen. An einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren.

 

 

Majoran als Heilkraut

Doch nicht nur in der Küche wird das Gewürzkraut geschätzt. Auch in der Naturheilkunde behauptet er seinen Platz. Man verschreibt ihn zum Beispiel als nervenstärkendes Mittel, er soll Herzklopfen genauso beseitigen wie Schlaflosigkeit, Ob Angina, Bronchitis, Asthma oder ein verdorbener Magen – Majoran bringt’s in Ordnung. Und wenn Sie erkältet sind, dann wirkt heißer Majorantee mit Honig wahre Wunder.

 

Richtiger Anbau

Bei uns wird der von Natur aus mehrjähriger Majoran wegen des für ihn zu kalten Winters nur als einjähriges Kraut gehalten. Er wird im Frühjahr ausgesät. Stellen Sie die Kräuter in kleine Blumentöpfe, oder in einen Kasten, aber möglichst an die frische Luft. Natürlich müssen Sie den Kräutergarten regelmäßig pflegen. Es gibt zwei Sorten bei uns zu kaufen:

 

Deutschen (KnospenMajoran), der schneller wächst, und Französischen (Blatt-Majoran), der mehr Blätter hat.

 

Ratschläge Gesundheit

Gewürzkräuter sind Lebensmittel. Sie sollten deshalb nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden.

Sollten dennoch einmal Schädlinge, etwa Insekten, auftreten, empfiehlt es sich, diese sorgfältig mit der Hand abzusammeln.

Bei Blattläusen und Weißen Fliegen hilft oft, wenn die ganze Pflanze mit einem kräftigen Strahl aus dem Gartenschlauch abgespritzt wird. Oft ist es besser, kranke Pflanzen zu vernichten und neue zu kaufen, als sie chemisch zu behandeln und dann in der Küche zu benutzen.

Majoran

Der Majoran ist eine hübsche und kompakte kleine Pflanze

 

Lebensdauer:

Eigentlich mehrjährig, bei uns meist einjährig.

Saison:

Den ganzen Sommer bis hin zum ersten Nachtfrost.

Schwierigkeitsgrad:

Das Gewürzkraut ist leicht zu pflegen. Regelmäßig gießen. Kleine Pflanzen werden auf den Märkten verkauft.

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Das Gewürzkraut wird selten größer als 30 cm. Die Blätter sind graugrün, rund und mit vielen Öldrüsen besetzt. Die Pflanze in sich ist weitverzweigt.

Blüte und Duft

Die Blüten, die sich von Juli bis Oktober in sogenannten Scheinwirbeln in den Blattecken bilden, sind weiß (selten rosa oder lila) und ziemlich unscheinbar. Die ganze Pflanze strömt einen intensiven Geruch aus. Verstärkt tritt er besonders dann auf, wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt.

Licht und Temperatur

Das Kraut gedeiht am besten an sonnigen, warmen, windgeschützten Plätzen im Garten. Frost verträgt er überhaupt nicht. Zwar kann er in seiner ursprünglichen Heimat, den Mittelmeerländern, überwintern, aber bei uns wird er nur eine Saison gehalten.

Gießen und Düngen

Im Topf müssen Sie das Gewürzkraut regelmäßig gießen. Gedüngt wird nur sehr sparsam.

Erde und Umpflanzen

Wenn Sie das Gewürzkraut nicht als kleine Pflanze kaufen, säen Sie ihn im März in ganz normale Blumenerde aus. Nur die Sämlinge werden umgepflanzt: mit Zwischenräumen von 10-15 cm.

Schneiden

Geschnitten werden nur einzelne Zweige für den Verbrauch in der Küche.

Vermehren

Ganz einfach durch Aussaat im März in Saatkästen oder ab Mai gleich ins Freie.

Umgebung

Das Gewürzkraut paßt selbstverständlich in den Kräutergarten. Man kann ihn aber auch gut in ein Blumenbeet setzen. Dann bilden seine dichten, graugrünen Blätter einen wirkungsvollen Kontrast zu den bunten Blüten. Mit viel Erfolg können Sie ihn auch im Topf auf der Fensterbank oder dem Balkon halten.

 

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