Küchenschellen oder auch Kuhschellen genannt

Mit einer besonders guten Erde oder gar einer Düngung tun Sie Küchenschellen nichts Gutes, im Gegenteil, die Staude verschwindet dann bald

Küchenschellen gelten als besonders schöne Frühlingsboten, die Küchen – oder Kuhschellen (Pulsatilla-Arten) mit ihren zarten und glockenförmigen Blüten, deren Pastellfarben durch den pelzigen Flaum noch ein wenig zarter wirken. Sie sind für jeden Garten eine Zier.

Küchenschellen oder auch Kuhschellen

Küchenschellen oder auch Kuhschellen

Die Blütenform, die an Glocken („Schellen“) erinnert, gab den Küchen – und Kuhschellen ihren Namen. Auch ihre anderen Namen im Volksmund künden von ihrem Aussehen. Zu Bezeichnungen wie „Bocksbart“, „Teufelsbart“ oder „Wildes Männle“ hat sicherlich der Umstand beigetragen, dass Blätter und Fruchtstände sich unter einer pelzigen „Perücke“ verbergen.

 

Mit der Anemone verwandt

Diese langen Haare werden im Lauf des Jahres immer zerzauster und „wilder“, so dass die furcht einflößenden Bezeichnungen durchaus ihre Berechtigung haben. Auch wenn sie nur eine zarte Frühlingsblume meinen. Was man schon auf den ersten Blick vermutet, bestätigen auch die Botaniker: Anemone und Küchenschellen sind nahe Verwandte in der Familie der Hahnenfußgewächse.

 

Arten für den Garten

Die bekannteste Art ist zweifelsfrei die Gemeine Küchenschelle, für die es zwei gültige botanische Namen gibt, nämlich Pulsatilla vulgaris und Anemone pulsatilla. Die Staudengärtner bieten mehrere Sorten von 10 bis 30 cm Höhe an.

Zu den attraktivsten gehören unter anderem ‚Rödde Klokke, die in einem glühenden Rot blüht, ‚Weißer Schwan‘ und ‚Alba‘, die ein zartes Weiß tragen. Wesentlich auffälliger als die Blüten der Gemeinen sind die der Großen Küchenschelle, Pulsatilla grandis. Der Name sagt schon, was den Unterschied ausmacht: Die größeren, prächtigeren Blüten.

Geeignet für den Garten sind auch die Sorten der Wiesenküchenschelle (Pulsatilla pratensis). Sie blüht in sämtlichen violetten Farbschattierungen und ist besonders zottig weiß behaart.

Eleganter wirken die zweifarbigen Frühlingsanemonen (Pulsatilla vernalis), deren Blütenkelch innen weiß und außen violett erscheint. Besondere Effekte bringt die bronzefarbige Behaarung.

 

Unter Umständen Hautausschlag

Alle Pulsatilla-Arten können bei Berührung unter Umständen einen Hautausschlag hervorrufen. Bei empfindlicher Haut sollte man sich Handschuhe überziehen, bevor man die Küchenschelle berührt.

Küchenschellen oder auch Kuhschellen

Stern-Küchenschelle  

Stern-Küchenschelle (Pulsatilla patens): Blüht in allen violetten Tönen und ist weiß behaart

 

Auch im Steingarten

Viele Küchenschellen kommen wild auch im Gebirge vor. Ihre gärtnerischen Formen sind daher besonders für Steingärten oder Alpinen geeignet. Besonders erwähnenswert ist hier die Alpenkuhschelle (Pulsatilla alpina) mit ihren weit ausgebreiteten, sternförmigen Blüten. Eine nahe Verwandte, die Schwefelkuhschelle (Pulsatilla alpina ssp. sulphurea) hat ihren Namen von ihrer gelben Blütenfarbe.

Sie braucht unbedingt einen sauren Boden zum guten Gedeihen. Als eine der ersten öffnet die Slawische Küchenschelle (Pulsatilla halleri ssp. slavica) schon im März ihre hell violetten, manchmal ins Rötliche gehenden Blütenglocken. Sie stammt aus den Karpaten.

 

 

Standort, Boden und Pflege

Standort

Sonnig und warm. Im Halbschatten blüht die Küchenschelle später und weniger reichlich. Am besten zusammen mit kleiner wachsenden SteingartenpflanzenKüchenschellen setzen.

Boden

Durchlässige, magere Sand – oder Lehmböden mit Kalk brauchen die meisten Arten. Schwefel – und Frühlingsküchenschellen dagegen brauchen saure Böden.

Pflege

Immer für ausreichend Licht und Platz sorgen, notfalls sollten Sie Nachbarpflanzen zurückschneiden. Niemals düngen! Braucht ansonsten keine weitere Pflege.

Küchenschellen oder auch Kuhschellen

Alpen-Küchenschelle  

Alpen-Küchenschelle (Pulsatilla alpina ssp. alpina): Steht unter Naturschutz

 

Nur auf mageren Böden

Mit einer besonders guten Erde oder gar einer Düngung tun Sie der Küchenschelle nichts Gutes: Im Gegenteil, die Staude verschwindet dann bald. Sie braucht vielmehr durchlässige, magere Böden, die ruhig viele Steine enthalten können. Weil auf solchen Standorten die Konkurrenz durch andere Pflanzen sehr groß ist, sollten Sie immer darauf achten, dass die Küchenschelle ausreichend Platz und Licht hat.

Denn Sonne liebt die Frühlingsstaude ganz besonders. Je mehr Sonne Kuhschellen bekommen, desto früher blühen sie. Im Halbschatten, den sie auch noch vertragen, blühen sie nicht nur später, sondern auch bei weitem nicht so reichlich.

Übrigens erscheinen die Blätter erst kurz nach der Blüte. Bis auf die schon erwähnte Schwefel-Küchenschelle und die Frühlingsküchenschelle brauchen alle Arten einen kalkhaltigen, eher basischen als sauren Boden.

 

Unter Naturschutz

Alle unsere heimischen Arten der Küchenschelle stehen unter Naturschutz. Man darf sie nicht pflücken und schon gar nicht ausgraben. Die früher sehr häufigen Küchenschellen fielen dem reichlichen Düngen in der Landwirtschaft zum Opfer.

Ratschläge Gesundheit

Wenn die Küchenschelle in Ihrem Garten in den ersten beiden Jahren eher kümmerlich wächst, ist dies ganz normal: Sie will nämlich in Ruhe gelassen werden, nicht einmal den Boden um sie herum sollten Sie mit der Hacke lockern. Dann wird sie bald prächtig gedeihen – vorausgesetzt, sie geben ihr überhaupt keinen Dünger.

Küchenschellen oder auch Kuhschellen

Gemeine Küchenschelle  

Gemeine Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris): Wird bis zu 30 cm hoch und ist auch als Schnittblume geeignet

 

Die Küchenschelle übers Jahr

Frühling

März:

Blütezeit der Slawischen Küchenschelle.

April:

Wenn der Boden erwärmt ist, erscheinen die Knospen der Blüten.

Mai:

Hauptblütezeit der meisten Küchenschellenarten, erst später erscheint das Laub. Spätfröste schaden den Blüten meist nicht.

Sommer

Juni:

Die Blüten verwelken, das Laub wächst noch und entfaltet sich.

Juli:

Aus den Fruchtknoten entwickeln sich die zottigen, fedrigen Fruchtstände.

August:

Das Laub vergilbt, die Fruchtstände färben sich braun.

Herbst

September:

Die Pflanze hat ihre oberirdischen Teile eingezogen und bereitet sich auf den Winter vor. Noch stehen einzelne Fruchtstände.

Oktober:

Jetzt ist die beste Aussaatzeit, denn die Küchenschelle braucht Frost zum Keimen.

Winter

November

Eine wärmende Abdeckung aus trockenem Laub schützt die empfindlichen Arten wie Frühlings – und Alpenküchenschelle. Auf keinen Fall in der Umgebung der Küchenschellen düngen!

 

Weitere Rabatten

1 Pampasgras, Ziergras als Solitär geeignet

2 Blumenrohr, ein Blickfang in Beeten, nicht frosthart

3 Spinnenpflanze, eignet sich gut als Hintergrundpflanze