Gartenkresse ist ein altbekanntes Gewürzkraut

Die Gartenkresse ist eine etwa 30 cm hohe, einjährige Pflanze, als Gewürz verwendet man sie im Keimpflanzenstadium, dann hat sie frisch grüne Keimblätter

Gartenkresse (Lepidium sativum) ist eine altbekannte Gewürz – und Heilpflanze von scharfem und leicht bitterem Geschmack. Wer keinen Garten hat, kann sie ohne große Mühe auf der Küchenfensterbank ziehen.

Gartenkresse ist ein altbekanntes Gewürzkraut

Gartenkresse ist ein altbekanntes Gewürzkraut

Seit langem im Iran kultiviert, wo sie wahrscheinlich auch beheimatet ist, hat die Gartenkresse seit der Antike den Speisezettel Europas und Asiens bereichert. Auf den Märkten wurde sie jedoch mancherorts von der Echten Brunnen – oder Wasserkresse verdrängt.

Die Gartenkresse verträgt beinahe jedes Klima und wächst rasch. Früher wurde sie auch zu Heilzwecken angebaut. So erwähnte sie Hippokrates um 400 v. Chr., und der große Naturmediziner Galen empfahl sie im 2. Jahrhundert n. Chr. für die Gesundheit.

 

Kreuzblütler

Die Gartenkresse gehört zur Familie der Kreuzblütler (Cruciferae). Aus einer langen, dünnen Hauptwurzel wachsen verzweigte Stengel mit fiedrig geteilten, lappigen Blättern und kleinen, weißen oder schwach rötlichen Blüten. Die rötlich braunen Samen liegen in kleinen Schoten.

 

Gartenkresse – Reich an Vitaminen

Die Pflanze enthält neben großen Mengen Vitamin A und C ein ätherisches Öl und einen Stoff, der bei Zusatz von Wasser das antibiotische Benzylsenföl entwickelt.

 

Medizinische Eigenschaften

In der Volksmedizin wird die Gartenkresse als harntreibendes Mittel bei Entzündungen der Harnwege gebraucht; mit Zusatz von Honig als Hustenmittel. Dazu werden 2-4 g Kresse mit kochendem Wasser über brüht und als Tee dreimal täglich getrunken. Das frische Kraut wirkt appetitanregend, hilft gegen Entzündungen der Mundschleimhaut und hat eine günstige Wirkung auf die Leber.

Gartenkresse

Gartenkresse

Gartenkresse lässt sich sehr gut in einer flachen Schale immer wieder frisch nachziehen. Der Samen keimt in feuchter Watte

 

Gartenkresse das ganze Jahr

Gartenkresse gehört zu den anspruchslosen Kräutern. Sie keimt rasch und ist bereits nach 8-14 Tagen zum Verzehr geeignet.

 

Zu jeder Jahreszeit

In Kästen, Töpfe oder Schalen kann man Kresse das ganze Jahr über aussäen. Im Freiland wird der Samen ab März ausgestreut, und auch dort ist die Gartenkresse, genau wie im Haus, durch nach Säen leicht zu erneuern. Allerdings verliert der Samen rasch seine Keimfähigkeit. Man kauft ihn deshalb immer wieder frisch. Der Samen ist klein. Auf ein Gramm gehen etwa 500 Stück.

Er wird dicht gesät und nicht abgedeckt. Die Saat Erde muss gut feucht sein, es genügt aber auch eine feuchte Watteschicht, die in eine flache Schüssel oder auf einen Teller gelegt wird. Zum Keimen kommen die Gefäße mit den Samen an einen schattigen Platz. Sie dürfen nicht austrocknen. Im Garten wächst die Kresse bei jedem Wetter. Hier bildet sie außer den Keimblättern, die man zum Würzen verwendet, auch Laubblätter, die als Salat gegessen werden können. Sie haben einen kräftigen Geschmack.

 

Samenschalen entfernen

An den Keimblättern hängen häufig die aufgesprungenen bräunlichen Samenschalen. Man sammelt sie entweder mit der Hand ab – was mühsam ist -, oder bürstet sie vorsichtig ab. Den besten Geschmack haben die Keimblätter, wenn sie ein paar Tage hell und recht kühl stehen, was in einem warmen Sommer nicht ganz einfach ist.

 

Bei der Blüte bitter

Als Küchen – und Gewürzkraut ist die Gartenkresse nicht mehr zu verwenden, sobald sich die Blüten zeigen. Dann schmeckt sie bitter. Zu Heilzwecken dagegen für Tee Bereitungen, wird sie im Blühzustand geerntet.

 

 

Ratschläge Gesundheit

Gartenkresse, die man auf der Fensterbank zieht, ist so kurzlebig, dass sie selten von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht wird.

 

Keimschimmel

Keimschimmel kann der Grund dafür sein, dass die Wurzelhälse abgeschnürt werden und die Pflanzen umkippen. Werfen Sie sie weg.

Erdflöhe

Erdflöhe nagen manchmal an Freilandkresse. Die Pflanzen müssen ausgerissen und weggeworfen werden, wenn der Schädlingsbefall kräftig ist.

 

Tipp Einkaufen

Kresse Samen bleibt nicht unbegrenzt keimfähig. Man kauft ihn am besten jedes Jahr neu.

 

Lebensdauer:

Kresse ist einjährig.

Saison:

Fast das ganze Jahr.

Schwierigkeitsgrad:

Äußerst einfach zu ziehen. Man muss sehr häufig aussäen, will man immer frische grüne Kresse als Gewürz haben.

kresse

Gartenkresse

Gartenkresse ist Reich an Vitaminen

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Die Gartenkresse ist eine etwa 30 cm hohe, einjährige Pflanze. Als Gewürz verwendet man sie im Keimpflanzenstadium. Dann hat sie frisch grüne, dreifach gelappte Keimblätter. Die ausgewachsene Pflanze hat eingeschnittene Blätter und ist ebenfalls essbar.

Blüte und Duft

Im Freien blüht die Gartenkresse im Juni/Juli. Die Stängel verzweigen sich nach oben und enden in langen Trauben mit sehr kleinen, weißen Blüten. Die ganze Pflanze hat einen würzigen Duft.

Licht und Temperatur

Während des Vorkeimens muss der Samen dunkel stehen. Nach 3-4 Tagen stellt man die kleinen Pflanzen hell und möglichst kühl, dann bekommen sie den besten Geschmack. Im Garten kann Kresse Samen bereits im März in ein Beet in der Sonne oder im Halbschatten gesät werden.

Gießen und Düngen

Während des Keimens darf die Erde nicht austrocknen. Die Keimpflanzen werden regelmäßig gegossen, brauchen aber keinen Dünger. Im Freien muss die Kresse bei Trockenheit kräftig gegossen werden.

Erde und Umpflanzen

Im Freien sät man in gute, nicht zu schwere Gartenerde. Für die Fensterbank kann man normale Blumenerde verwenden. Kresse kann aber auch auf feuchte Watte gesät werden.

Schneiden

Nur zur Ernte.

Vermehren

Kresse wird nur durch Samen vermehrt. Man sät am besten alle 2-3 Wochen nach, um das Kraut immer frisch zur Verfügung zu haben.

Umgebung

Gartenkresse gedeiht auf dem Fensterbrett eben so gut wie im Freien. Zu Heilzwecken verwendet man blühende Pflanzen, zum Würzen und aufs Butterbrot die Keimblätter; die ausgewachsenen Blätter isst man als Salat.

 

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