Feigenkaktus, aus einer der artenreichsten Kakteenfamilien

Je nach Art wird der Feigenkaktus 40 cm bis 5 m groß, ältere Pflanzen werden ziemlich breit, die Blüten duften nur sehr schwach

Feigenkaktus (Opuntia) ist eine der artenreichsten Kakteenfamilien. Ältere Pflanzen bekommen oft gelbe, orangefarbene oder rote Blüten. Auf größeren Arten wachsen manchmal sogar die essbaren Kaktusfeigen. Ursprünglich stammt die Familie aus Nordamerika, hat sich aber auch in Kanada und Südamerika ausgebreitet.

Feigenkaktus, aus einer der artenreichsten Kakteenfamilien

Feigenkaktus, aus einer der artenreichsten Kakteenfamilien

Man trifft die Pflanzen heute in fast allen Erdteilen an. Auf den flachen Trieben sitzen gleichmäßig verteilt die Areolen, kleine Anhäufungen von Dornen. Mit bloßem Auge kaum sichtbar, unangenehm auf der Haut zu spüren, sind auch die winzigen Glochiden, kleine Dornen mit Widerhaken.

 

Hübsche Blüten

Die Blüten sind entweder gelb, orange oder rot. Im Zimmer lässt sich der Kaktus allerdings viel Zeit, bis er blüht. Aber auch die bizarren Formen der Triebe sind ein schöner Anblick. Wählen Sie für das Zimmer eine Art, die nicht zu groß wird. Am bekanntesten ist der eigentliche Feigenkaktus: Opuntia ficus-indica.

 

Tipp

Dornige Kakteen reinigt man mit einem Pinsel und einer schwachen Waschmittellösung. Mit klarem Wasser gut nachspülen.

 

Aussaat-Tipps

Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist der Februar, aber man kann auch zu anderen Zeiten säen. Die Anzuchterde muss leicht und porös sein. Es gibt im Fachhandel Spezialerde. Legen Sie die Samen acht Stunden in zimmerwarmes Wasser, bevor Sie säen. Feuchten Sie die Erde gut an, bevor Sie die Samen gleichmäßig verteilen. Nicht mit Erde bedecken! Um ein Austrocknen des Substrats zu verhindern, muss die Anzuchtschale mit Glas oder Folie abgedeckt werden. Und nun müssen Sie viel Geduld haben: Opuntie-Samen brauchen oft ein Jahr bis zum Keimen.

Feigenkaktus

Feigenkaktus

Opuntia

 

Tipps für Stecklinge

Vermehrung durch Stecklinge ist einfacher. Schneiden Sie einen jungen Trieb ab und lassen Sie die Schnittfläche einige Tage antrocknen. Die Stecklinge werden in Kakteenerde gesteckt. Während des Wurzelns brauchen sie feuchte Erde und vertragen keine Sonne. Der Feigenkaktus kann das ganze Jahr über vermehrt werden. Die beste Zeit ist jedoch von April bis Juni.

Feigenkaktus

Blüten des Feigenkaktus

Recht exotisch wirken die strahlenden, farbenprächtigen Blüten des Feigenkaktus

 

Feigenkaktus im Jahreslauf

Die Pflanze stellt keine großen Ansprüche an Standort und Pflege, aber ein bisschen Aufmerksamkeit braucht der Kaktus schon. Im Wintergarten oder in einem Gefäß zusammen mit anderen Pflanzen wächst er gut bei mittlerer Wärme. Regelmäßig, aber nicht zu oft gießen. Pflanzen in kleineren Töpfen brauchen etwas mehr Wasser.

 

Dezember- Februar: ein kühler Platz

Im Winter auf jeden Fall kühler stellen, jedoch so hell wie möglich. Man kann die Pflanze auch im Zimmer stehen lassen, muss dann aber auch entsprechend mehr gießen – wie im Sommer. Steht der Feigenkaktus kühl, darf die Erde ruhig austrocknen. Gegossen wird nur, wenn die Triebe runzelig werden. Überschüssiges Wasser immer aus dem Untersatz entfernen.

 

März-Juni: etwas mehr Wärme

Wenn die Pflanze im Winter kühl stand, muss sie allmählich an wärmere Temperaturen gewöhnt werden. Wassermenge langsam steigern. In den ersten vier Jahren bekommt dem Kaktus Halbschatten am besten, später auch volle Sonne.

 

Juli – August: Sommerfrische

Im Sommer können die Pflanzen gut an einem sonnigen Platz im Freien stehen. Auf gut durchlässige Erde achten, damit das Regenwasser abläuft. Pflanzen direkt auf den Boden und nicht auf einen Untersatz stellen. Dauerregen verträgt die Pflanze nicht. Im Sommer das Düngen nicht vergessen.

 

Ende-August: zurück ins Haus

Zuerst ins Zimmer und später an einen kühleren Ort. Die Wassermenge reduzieren und ab November nicht mehr gießen.

 

 

Ratschläge Gesundheit

Pflanzen werden runzelig

Die Pflanzen werden runzelig, schrumpfen oder verlieren ihre Festigkeit: zu wenig Wasser. Die Erde einmal gut durchfeuchten.

Pflanzen werden an unteren Teilen dunkel

Die Pflanzen werden an unteren Teilen dunkel oder die Triebe hängen: Ein Zeichen für Wurzelfäule durch zu viel Wasser oder zu wenig Drainage. Die Pflanzen sind meistens verloren.

 

Tipp Einkaufen

Oft wird der Feigenkaktus als kleine Pflanze zusammen mit anderen Kakteen in einer Schale angeboten. Achten Sie darauf, daß die Wurzeln fest verankert sind und die Pflanze keine faulen Stellen hat.

 

Lebensdauer:

Der Feigenkaktus wird sehr alt.

Saison:

Das ganze Jahr hindurch.

Schwierigkeitsgrad:

Sehr einfach. Man muss nur auf die richtige Dosierung des Wassers achten.

Feigenkaktus

Kaktusfeigen

Die Kaktusfeigen schmecken wie eine Mischung aus Birne mit etwas Banane

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Je nach Art wird der Feigenkaktus 40 cm oder 5 m groß. Ältere Pflanzen werden ziemlich breit.

Blüte und Duft

Die Blüten wachsen aus den Areolen und duften nur sehr schwach.

Licht und Temperatur

Der Feigenkaktus soll so hell wie möglich stehen und verträgt, wenn er drei bis vier Jahre alt ist, direkte Sonne. Auch trockene Luft schadet ihm nicht. Im Winter: hell und kühl.

Gießen und Düngen

Im Sommer regelmäßig, aber wenig gießen. Die Erde darf nicht ganz austrocknen. Junge Pflanzen alle 14 Tage, ältere nur dreimal während des Sommers düngen. Im Winter nur dann gießen, wenn die Pflanze Symptome von Wassermangel zeigt und runzelig wird, oder wenn die Temperatur etwas höher ist

Erde und Umpflanzen

Sie können handelsübliche Kakteenerde verwenden oder Ihr eigenes Substrat mischen: Ton und Torfmull mit ein wenig Sand. Junge Pflanzen werden jedes zweite Jahr umgetopft, ältere nur dann, wenn die oberirdischen Teile der Pflanze den ganzen Topf ausfüllen.

Schneiden

Nicht notwendig. Hässliche Teile können aber entfernt werden.

Vermehren

Durch Samen oder Stecklinge.

Umgebung

Die großen Arten gedeihen am besten, wenn sie möglichst frei stehen.

 

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