Der Echte Feigenbaum, (Ficus carica)

Der Echte Feigenbaum sieht wie ein kleiner, buschiger Laubbaum aus, im Idealfall kann er zwei bis vier Meter hoch werden, braucht viel Sonne

Der Echte Feigenbaum (Ficus carica) ist eine Pflanze mit Geschichte. Schließlich wissen wir alle, wie ein Feigenblatt aussieht – und wofür es benutzt wurde.

Der Echte Feigenbaum, (Ficus carica)

Der Echte Feigenbaum, (Ficus carica)

Auch im Kübel bekommt er viele Feigen Früchte. Ganz egal, wo ein Feigenbaum auch steht: Immer sorgt er für den Eindruck üppiger Urwald Pracht und Schönheit. Ein ganz angenehmer Nebeneffekt:

Die ausgewachsene Pflanze ist ein vortrefflicher Schattenspender. Die Blüte geschieht völlig im Verborgenen. Denn die birnenförmigen weiblichen Blüten haben eine botanische Absonderlichkeit – im wahrsten Sinne des Wortes das Äußere nach Innen gedreht. Schneidet man eine Frucht durch, dann entdeckt man, dass die Innenseite (der Blütenboden) dicht mit Blüten besetzt ist.

 

Der Echte Feigenbaum, ein biblischer Baum

Der Bekanntheitsgrad des Feigenbaumes beruht natürlich auf der Geschichte des Alten Testamentes, wo das fünf geteilte Blatt als Keuschheitssymbol für Adam und Eva galt. So gehört der Feigenbaum zu den ältesten und am meisten verbreiteten Kulturpflanzen des Mittelmeergebietes. F. carica bedeutet, dass die Pflanzen in Karien, einer Landschaft Kleinasiens, angebaut wurden. Auch heute sind sie dort noch ein wichtiger Exportartikel. Nach Deutschland sind die Feigen wohl schon im Laufe des 15. Jahrhunderts gekommen.

 

Züchtung im Eimer

In einem Beet entwickelt sich der Echte Feigenbaum schnell zu einem großen Busch. Und im selben Verhältnis, wie er wächst, breiten sich auch seine Wurzeln nach allen Seiten aus. Das kann für nahe stehende Pflanzen von Schaden sein. Die beste Lösung ist es, den Feigenbaum in einem großen Kübel oder Eimer in die Erde zu senken.

 

Tipp

Wenn der Echte Feigenbaum im Garten angepflanzt ist, muss man den Wurzelballen zu Winteranfang so bedecken, dass der Frost nicht in die Erde dringen kann. Auch wenn er einmal zurückfriert, treibt er meist wieder neu aus.

Der Echte Feigenbaum

Der Echte Feigenbaum

Ficus carica

Pflege im Wintergarten

Voraussetzung für die gute Entwicklung der Pflanze ist eine nährstoffreiche, gut drainierte Erde. Gelegentlich muss der Baum ausgedünnt werden; ein richtiger Schnitt ist allerdings nicht notwendig. Übertriebenes Zurückschneiden fördert allzu viele neue Triebe, von denen dann viele keine Früchte tragen. Die Früchte entstehen stets in den Blattecken der neuen Triebe.

Die ersten Feigen reifen noch im Spätsommer. Die späteren kommen nicht mehr zur vollen Entwicklung, bevor der Baum seine Sommer grünen Blätter verliert. Das ist aber nur eine kleine Fehl Entwicklung. Denn wenn der Baum im Winter kühl steht, bleiben die Früchte hängen und reifen im nächsten Jahr nach.

 

Vermehrung durch Absenker

Die Vermehrung durch Ableger (Ausläufer und Absenker) ist nicht schwierig. Die beste Zeit dafür ist der März/ April. Nehmen Sie einen langen Zweig, und biegen Sie ihn nach unten, so dass er über einem Gefäß mit Erde liegt.

Dann klammern Sie ihn darauf fest oder beschweren ihn mit einem Stein. Etwas Erde darüber füllen. Im Laufe des Sommers bilden sich Wurzeln, und der Trieb kann von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

 

Der Echte Feigenbaum, Stecklinge

Sie werden etwa 10 cm lang mit etwas Borke von der Pflanze abgerissen, am besten im Dezember. In feuchten Sand stecken. Nach etwa 5 Wochen bei 20-25°C Boden Wärme haben sie Wurzeln gebildet. Dann in normale Blumenerde setzen.

 

Ratschläge Gesundheit

Gelbgepunktete Blätter können ein Anzeichen für Spinnmilben sein. Abduschen oder ein Insektizid benutzen.

 

 

Blattläuse sitzen oft an den Trieb spitzen und den jungen Blättern. Sowohl Milben als auch Läuse kann man mit Chemie behandeln, aber – im Wintergarten – auch mit Nützlingen (Raubmilben oder Parasiten) bekämpfen. Solche Nützlinge kann man über Gartencenter bestellen.

Ein staubiger Belag auf den Früchten wird durch Schimmelpilze verursacht. Vermeiden Sie zu hohe Luftfeuchtigkeit.

 

Einkaufen

Einen Feigenbaum kauft man in Baumschulen oder großen Gartencentern. Einige bekannte Sorten sind ‚Negro Lago‘ (Preciose de Dalmatia) mit birnenförmigen Früchten, schwarze oder weiße ‚Ischia‘ mit spitzen, wohlschmeckenden Früchten, ‚Brunturkisk‘ mit birnenförmigen braunen Feigen und ‚Brunsvig‘ mit eiförmigen Früchten. Die beiden letztgenannten Sorten sind an warmen Plätzen besonders leicht zu ziehen. ‚Boourjasotte Grise‘ bekommt rotbraune Feigen.

 

Lebensdauer:

Der Echte Feigenbaum ist äußerst langlebig.

Saison:

Ganzjährig, da er auch ohne Früchte eine dekorative Pflanze ist.

Schwierigkeitsgrad:

Im normalen Wohnzimmer lässt sich ein Feigenbaum nicht halten. Bei richtigem Winterklima keine großen Probleme.

Der Echte Feigenbaum

Der Echte Feigenbaum, Feigen

Wenn die Früchte allmählich anfangen, sich braun zu färben, dann werden sie reif. Sie können den Winter über an der Pflanze bleiben, um im nächsten Sommer auszureifen.

 

Kurze Hinweise

Größe und Wuchs

Der Feigenbaum sieht wie ein kleiner, buschiger Laubbaum aus. Im Idealfall kann er zwei bis vier Meter hoch werden.

Blüte und Duft

Die Früchte bilden sich in den Blattwinkeln der neuen Triebe. Wenn Sie ganz reif sind, haben sie einen süßen Duft.

Licht und Temperatur

Viel Sonne ist notwendig, damit sich die Pflanze gut entwickelt. Die Temperatur darf im Winter nicht unter die Frostgrenze sinken. Muss eine Feige im Freien bleiben, braucht sie eine gute Verpackung.

Gießen und Düngen

In der Wachstumszeit müssen Sie zwei – bis dreimal pro Woche gießen. Wenn die Temperatur im Wintergarten ansteigt, muss auch häufig gesprüht werden, weil die großen Blätter viel Wasser verdunsten. Von Mai bis September müssen Sie einmal im Monat düngen.

Erde und Umpflanzen

Der Feigenbaum wächst am besten in einer humusreichen, durchlässigen Erde. Umgepflanzt wird im Februar/März, aber nur dann, wenn eine Pflanze zu groß für ihren Topf geworden ist.

Schneiden

Am Ende des Winters kann man, falls notwendig, einige Äste ausdünnen. Während der Wachstumsperiode kann man sterile, also nicht- fruchttragende Triebe entfernen.

Vermehren

Entweder durch Stecklinge im Winter (brauchen viel Boden wärme) oder durch Absenker.

Umgebung

Der Feigenbaum eignet sich gut für eine verglaste Veranda oder einen beheizten Wintergarten, für Räume also, in denen es im Winter zwar kühl, aber nicht kühler als 5°C ist. Im Wohnzimmer kann er den Winter über nicht bleiben.

 

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