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Berufkraut oder Feinstrahlaster

Berufkraut oder Feinstrahlaster

Artikel von Gartenschlumpf in der Kategorie Balkonblumen

Berufkraut, buschig wachsend, je nach Sorte 40 bis 60 cm groß. Erigeron wuchern nicht und passen deshalb gut zu anderen Staudenpartern

Warum Berufkraut so wenig gepflanzt wird, ist eigentlich nicht so recht zu verstehen, bringen sie doch alle Tugenden mit, die man von einer Gartenpflanze verlangen kann.

 

Berufkraut oder Feinstrahlaster



So wird der Name Berufkraut der Schönheit ihrer feinen Strahlenblütchen nicht gerecht. Man sollte sie deshalb Feinstrahlaster nennen. Die Bezeichnung Berufkraut stammt aus einer Zeit, in der noch an Hexen und böse Geister geglaubt wurde, die man mit Hilfe des Krautes nicht „berufen“ sollte. Erstaunlich ist der sechs bis sieben Wochen anhaltende Blütenflor. Und das geschieht bei größter Anspruchslosigkeit an Boden und Lage.

 

Die Erigeron blühen wie Rittersporne nach der ersten Blütezeit im Juni/ Juli noch einmal im August/September und manche sogar bis in den Oktober hinein. Voraussetzungen dafür sind ein Rückschnitt der abgeblühten Stiele und eine Handvoll Mineraldünger für jede Pflanze nach der Blüte. Der Dünger wird vorsichtig, um die Wurzeln nicht zu beschädigen, in den Boden eingehackt. Noch besser eignet sich Flüssigdünger, auch weil die Nährstoffe danach sofort von den Wurzeln aufgenommen werden.

 

Die schönen Nachbarn der Feinstrahlaster

Die Feinstrahlaster (Berufkraut) ist sowohl als Schnittblume als auch als Staudenpflanze zu verwenden. Hier passen die 40 bis 60 cm hohen Büsche gut zu Schleierkraut und Brennender Liebe (Lychnis), zu Sonnenaugen (Heliopsis scabra) und Sonnenbräuten (Helenium). Auch Rudbeckien bieten sich als hübsche Nachbarschafts-Pflanzen an.

 

Sorten mit Blüten in verschiedenen Farben

Es gibt eine Reihe von Sorten in verschiedenen Farben, die alle ihre Bewährungsprobe mit den besten Noten bestanden haben. Neben der bereits erwähnten weißen Sorte sind das die rosafarbenen ‚Foersters Liebling‘, besonders lange blühend, und ‚Rosa Triumpf‘ mit größeren, gefüllten Blüten, die auf straffen Stielen stehen. Die ‚Rote Schönheit‘, auch eine Dauerblüherin, blüht mit rosaroten und ‚Rotes Meer‘ mit dunkelroten Blüten. Für die blaue Farbe sorgen die vielgeliebten und hochbewerteten ‚Adria‘ und ‚Dunkelste Aller‘. Alle sind anspruchslos, wahre Durstkünstler und kapitulieren nie vor noch so kalten Wintern. Dazu bleiben sie kerngesund und werden uralt, wenn man sie auf ihrem Stammplatz lässt und nicht dauernd umpflanzt.

 

Tipp

Feinstrahlastern „liefern“ lange, oft bis zu zwei Wochen haltbare Schnittblumen. Die Blütentriebe müssen aber beim Schneiden voll erblüht sein, da sich die Knospen in der Vase nicht öffnen.

 

Berufkraut oder Feinstrahlaster

Rosafarbene Blüten

Berufkraut hat meist rosafarbene Blüten

 

 

 

 

 

 

 

 

Ratschläge bei Krankheiten

Schadinsekten und Krankheitserreger haben bei Erigeron kaum eine Chance, wenn man den Standortwünschen, wie nicht zu feuchter, wasserdurchlässiger Boden und gesunde Pflanzennachbarn gerecht wird.

 

Grauschimmelfäule

Grauschimmelfäule stellt sich manchmal nach langanhaltenden Regengüssen ein. Auf den Blättern bildet sich dann ein bräunlichgrauer Schimmelrasen. Bei leichtem Befall können die einzelnen Blätter entfernt und in den Mülleimer geworfen werden. Anschließend ein SpezialmittelBerufkraut auf biologischer Basis (im Fachhandel erfragen) anwenden. Bei starkem Befall Pflanzen vollständig entfernen. Bei Neupflanzung Beet wechseln.

 

Blattfleckenkrankheiten

Bei Blattfleckenkrankheiten, zu erkennen an unregelmäßigen gelben, dunkelumrandeten Blattflecken, sollte man ebenfalls die befallenen Blätter abpflücken und im Mülleimer verschwinden lassen. Vorbeugend empfiehlt es sich. den Boden mit einem Kaltivator zu lockern und somit für ausreichende Durchlüftung zu sorgen.

 


Berufkraut oder Feinstrahlaster

Feinstrahlaster

Die Feinstrahlaster Foersters Liebling

 

 

 

 

 

 

 

 

Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung

 

Teilung

Alle Staudenzüchtungen, durch Sortennamen zu erkennen, können sortenecht nur durch Teilung, Stecklinge oder Rißlinge vermehrt werden. Also auch die Erigeron, weil es sich ausnahmslos um Hybriden handelt. Eine Teilung sollte man nur alle 10 Jahre vornehmen, es sei denn, daß aus irgendwelchen Gründen, die Pflanzen nicht mehr auf ihrem alten Platz bleiben können. Bei der Teilung wird der Wurzelballen entweder mit der Hand oder mit Hilfe eines Spatens auseinander-gebrochen. Dabei ist zu beachten, daß jedes Teilstück höchstens so groß wie eine Faust sein sollte, aber Wurzeln und Triebknospen haben muß. Die Wurzeln werden auf Handlänge eingekürzt. Keinesfalls dürfen Wurzeln in das Pflanzloch eingezwängt werden.

 

Stecklinge

Bei Erigeron ist auch eine Stecklingsvermehrung angebracht. Auf diese Weise erhalten sie die Ruhe, die sie nun mal zum Blühen brauchen. Schneiden Sie Stecklinge von kräftig wachsenden, gesunden Stauden und zwar in etwa 5 bis 8 Zentimeter Länge und stecken sie dicht bei dicht in Blumentöpfe, die am besten mit fix und fertiger, im Fachhandel erhältlicher Aussaaterde gefüllt werden. Die Stecklinge bewurzeln um so schneller, wenn die Töpfe in den ersten 2 bis 3 Wochen im Gewächshaus oder unter einem Folientunnel stehen. Man kann auch über die Töpfe einen Folienbeutel stülpen und sie auf einem Fensterbrett in der Wohnung unterbringen. Die Stecklinge brauchen stets einen schattigen Platz, dürfen also nie in der Sonne stehen.

 

Kurze Hinweise

 

Größe und Wuchs

Buschig wachsend, je nach Sorte 40 bis 60 cm groß. Erigeron wuchern nicht und passen deshalb gut zu anderen Staudenpartern.

 

Blüte und Duft

Im Sortiment gibt es Feinstrahlastern mit weißen, rosaroten, tiefdunkelroten, dunkelblauen und dunkellila Blüten. Manche sind einfach, einige halbgefüllt und gefüllt. Sie duften nicht.

 

Licht und Temperatur

Feinstrahlastern brauchen einen Platz an der Sonne, der auch trocken sein kann. Frost halten sie problemlos aus.

 

Gießen und Düngen

Wasser brauchen sie nur nach einer Neupflanzung. Sonst überstehen sie gelassen selbst langanhaltende sommerliche Trockenperioden. Gedüngt wird im Frühjahr vor der Blüte (März) und nach dem Abblühen, um einen möglichst reichen zweiten Flor zu erzielen. Ration: eine Handvoll Mineraldünger je Busch oder die doppelte Menge eines organisch-mineralischen Düngemittels.

 

Erde und Umpflanzen

Erigeron gedeihen am besten in einem humusreichen, nicht zu schweren und eher trockenen als feuchten Boden. Man sollte sie in Ruhe lassen und frühestens nach zehn Jahren teilen oder umpflanzen.

 

Schneiden

Nach dem ersten Flor alle Blütenstiele abschneiden, damit es eine zweite Blüte gibt.

 

Vermehren

Durch Teilung oder durch Samen, den man selbst ernten oder von Spezialgärtnereien beziehen kann.

 

Umgebung

Am schönsten wirken rosa, rote und blaue Feinstrahlastern in der Nähe von gelbblühenden Stauden wie Sonnenhut, Sonnenauge und Sonnenbraut. Wo Platz im Rosenbeet ist, sollten sie dazu gepflanzt werden. Aber stets zu mehreren, denn sonst gibt es kein Bild.

 

Berufkraut oder Feinstrahlaster

E. speciosus.

Blüten von E. speciosus.

 

 

 

 

 

 

 

 

Einkaufstipps

 

Lebensdauer:

Erigeron werden sehr alt, wenn man sie an ihrem Platz beläßt und nicht ständig verpflanzt.

 

Saison:

Sie blühen von Juni bis Juli und nach Rückschnitt der abgeblühten Triebe noch einmal von August bis September.

 

Schwierigkeitsgrad:

Sie gehören zu unseren anspruchslosesten und blüheifrigsten Blütenstauden überhaupt.

 

Andere Namen:

Feinstrahlaster.