Seltenes Gemüse anbauen
Wer Gemüse anbaut, bevorzugt Jahr für Jahr bestimmte Sorten. Warum sollte man nicht mal etwas Neues ausprobieren? Heutzutage sind Köche
experimentierfreudig, und das spiegelt sich im Gemüseanbau wider. Vorbei sind die Zeiten, in denen nur Herkömmliches wie Kartoffeln
und Möhren angebaut wurde. Viele Samenhändler bieten im Katalog ausgefallene Gemüsesorten an, während andere geradezu darauf
spezialisiert sind und zum Experimentieren auffordern.
Lattich
Lactuca sativa ist ein Mehrzweckgemüse, dessen äußere Blätter wie Kopfsalat aussehen und schmecken. Der Strunk zeichnet sich durch einen Nußgeschmack
aus, der an Artischocke erinnert. In Wasser kurz gekocht oder angebraten schmeckt er nach Sellerie. Der Anbau ist unproblematisch - ähnlich wie
Kopfsalat. Dünn aussäen und Samen mit Erde knapp bedecken. Pflanzen nicht austrocknen lassen. Ernten, wenn sie rund und fest sind.
Chinaradieschen
Raphanus sativus'Longipinnatus' ist ein runder Rettich (ungefähr so groß wie ein Tennisball), der im Winter in den Salat kommt. Einige Sorten, z. B.
Mantanhong F1 -Hybride, haben eine weiße Haut und rotes Fleisch. Bei anderen, wie Cherokee F1-Hybride, ist es umgekehrt. Aussaat im Hochsommer, am
besten gleich in den Boden, bzw. in Einzeltöpfen und im Spätsommer auspflanzen. Ca. 12 Wochen nach Aussaat ist das Gemüse erntereif.
Feldsalat
Rapunzel (Valerianella locusta) ist kein neues Gemüse, sondern ein altes, das ein verdientes Comeback feiert. Die kleinen Blätter werden im Winter
geerntet und finden in Salaten Verwendung. Im Spätsommer oder Frühherbst ca. 1,5 cm tief in Rillen aussäen und bei trockenem Boden feucht halten.
Im Winter nach Bedarf pflücken.
Goabohne
Psophocarpus tetragonolobus ist eine Bohne mit flachen Schoten. Im April oder Mai aussäen und feucht halten. Die Pflanzen werden ca. 30 cm groß und
tragen hübsche rote Blüten, die sogar im Blumenbeet nicht fehl am Platze sind. Ernten, wenn die Schoten ca. 2,5 cm lang sind, und kurz kochen.
Goabohne
Samen in Rillen ca. 1 cm tief aussäen und mit mit Erde leicht zudecken. Gut gießen.
Chinakohl
Häufig ähnelt Brassica rapa 'Pekinensis' eher Kopfsalat als Kohl. Er schmeckt und hat Biß, ist für Suppen und Schmorgerichte ideal. Im Sommer säen, im
Spätsommer oder Herbst ernten. Die Wurzeln mögen keine Störung, daher möglichst nicht umpflanzen. Fleißig gießen. Krankheitsresistente Sorten wie
'Manko F1 'oder 'Spring A-1 'wählen. Nach Bedarf ernten und roh in Salaten bzw. gedämpft oder kurz gekocht verzehren.
Samen im vorbereiteten Beet aussäen
Samen im vorbereiteten Beet in ca. 1,5 cm tiefen Rillen aussäen. Sämlinge ausdünnen (Abstände von ca. 30 cm).
Überschüssige Sämlinge nicht wegwerfen, die winzigen Blätter schmecken in Salaten vorzüglich.
Wurzelpetersilie
Vom Petroselinum crispum tuberosum ißt man die Wurzeln, die wie winzige Pastinaken aussehen. Man kann sie kochen,
dämpfen oder braten. Sie schmecken süß, wie ein Mittelding zwischen Pastinake und Möhre. Blätter wie Petersilie
verwenden. Wurzelpetersilie kommt hauptsächlich als Bestandteil des Suppengrüns vor. Im Frühjahr in ca. 1,5 cm
tiefen Rillen aussäen. Sämlinge ausdünnen (Abstände ca. 15 cm). P c. tuberosum ist winterhart und auch als
Wintergemüse zu verwenden.
Wurzelpetersilie
Wurzelpetersilie erntet man vom November an. Je länger man sie im Boden läßt, desto größer werden die Wurzeln.
Bei strenger Kälte empfiehlt sich eine Strohdecke als Frostschutz.
Parcel
Ein weiteres Mischgemüse, dessen (englischer) Name die Herkunft verrät: Par(sley) und Cel(ery) - eine Kreuzung zwischen Petersilie und
Sellerie. Ein Salatgemüse, das wie Sellerie gezogen wird. Im März unter Glas aussäen, Sämlinge pikieren. Abhärten und Ende Mai, wenn
die Frostgefahr vorbei ist, auspflanzen. Bei Trockenheit gießen.
Roter Blumenkohl
Wie wäre es mit Brassica oleracea 'Botrytis' zur Abwechslung? Die rohen Rosetten sind dunkelrot. Im Aussehen und Geschmack vom gewöhnlichen
Blumenkohl nicht zu unterscheiden. Außer im Mikrowellenherd verfärbt er sich beim Kochen leider grün. Es gibt Sorten, die im Herbst und im
Frühjahr reifen. Er ist winterhart. Roter Blumenkohl wird genauso wie der gewöhnliche Blumenkohl angebaut.
Runkelrübe
Beta vulgaris alba kommt seltener als Rote Bete auf den Tisch. Manche Leute haben aber etwas gegen den roten Farbstoff. Sie bevorzugen weiße
Rüben. Das weiße Fleisch der 'Albinia Verecunda' schmeckt herrlich süß und lohnt den Versuch. Goldgelb ist das Fruchtfleisch von 'Burpee's
Golden'. Wie gewöhnliche Rote Bete ziehen. 'Burpee's Golden' nicht ganz so dünn aussäen, da die Keimfähigkeit schlechter ist. In ca. 3 cm
tiefen Rillen aussäen. Sämlinge auf Abstände von ca. 15 cm ausdünnen. Wie gewöhnliche Rote Bete ernten und kochen.
Zuckererbsen
Pisum sativum var macrocarpon ist eine gewöhnliche Erbse mit einer Schote, die gut schmeckt, wenn sie jung gepflückt wird. Wie gewöhnliche
Erbsen ziehen. Größere Sorten hochbinden. Vom frühen Frühjahr an in ca. 2,5 bis 5 cm tiefen Rillen aussäen. Ernten, bevor die Schoten
anschwellen. Dämpfen, kurz kochen, anbraten oder roh essen.
Okra
Abelmoschus esculentus stammt aus den Tropen - von Nordafrika bis Indien, wo die leckeren Schoten übersetzt Damenfinger heißen. Okra wird
wie Mais angebaut, benötigt jedoch eine höhere Temperatur. Samenkörner vor der Aussaat einweichen, die Anzuchterde muß viel Kali enthalten.
Möglichst lange Kulturzeit erforderlich, im beheizten Gewächshaus vortreiben.
Okra
In kühleren Gegenden im Gewächshaus in großen Töpfen oder in Tüten mit Blumenerde ziehen. Erst bei einer relativ hohen
Temperatur fällt die Ernte gut aus. Während der Kulturzeit fleißig gießen. Pflanzen hochbinden.
Okra
Vom Juni an die jungen, 5 bis 8 cm langen Schoten pflücken, wenn die Samenkörner noch weich sind. Regelmäßig pflücken,
um eine gute Ernte zu erzielen. Reife Schoten sind zäh und schmecken nicht, daher jung pflücken.
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