Natürliche und schonende Schädlingsabwehr
Gesunde, kräftige Pflanzen werden weniger von Schädlingen befallen als schwache oder überdüngte. Stärken Sie sie durch optimale Bedingungen, gute Pflege und richtiges Düngen. Durch regelmäßiges Gießen mit kieselsäurehaltigen Brühen aus Schachtelhalm oder Comfrey während der Wachstumszeit, wird das Gewebe widerstandsfähiger gegen Insektenfraß. Verzichten Sie auf Monokulturen und setzen Sie Ihre Pflanzen in Mischkultur. Sie verhindert, daß sich Schädlinge und Krankheiten explosionsartig ausbreiten. Viele Pflanzen können außerdem mit ihren Stoffwechselausscheidungen Schädlinge von anderen abwehren.
Nützlinge Fördern
Ist in Ihrem Garten das ökologische Gleichgewicht intakt, dann stellen sich zu den Schädlingen auch Nützlinge ein. Denn die einen sind die Lebensgrundlage der anderen. Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebfliege brauchen Läuse, Eier und Raupen. Vögel, Igel, Kröten, Frösche, Eidechsen und Maulwürfe sind ebenfalls direkte Freßfeinde vieler Schädlinge. Bekämpfen Sie Schädlinge deshalb nie mit Gift, denn dieses tötet auch viele Nützlinge. Darüber hinaus werden Schädlinge in so großem Maß vernichtet, daß vielen anderen Tieren die Lebensgrundlage entzogen wird. Nützlinge sind Ihre besten Helfer. Schaffen Sie ihnen deshalb Lebensräume, wie Holzstapel, Reisig- oder Laubhaufen, Trockenmauern, Hecken, Nistkästen, und nehmen Sie ihnen nicht durch radikalen Gifteinsatz die Nahrungsgrundlage!Tipp
Zum Stäuben gibt es im Fachhandel spezielle Geräte. Der beste Zeitpunkt dazu ist der frühe Morgen. Regen wäscht den Staub allerdings ab, so daß Sie danach erneut stäuben müssen. Stäuben Sie keine Pflanzenteile, die zum Verzehr gedacht sind.
Mischkulturen
In Mischkulturen fördern sich Pflanzen gegenseitig
Abwehrpflanzen
Ringelblumen und Tagetes vertreiben Nematoden, Kaiserkronen wehren Wühlmäuse ab. Auch viele Kräuter können den Zuzug von Schädlingen verhindern: Lavendel
und Dill helfen gegen Blattläuse;Ysop,Thymian und Pfefferminze schrecken Kohlweißlinge ab, während Kapuzinerkresse Blutläuse von Obstbäumen fernhält.
Natürlicher Pflanzenschutz
Leimringe
Leimringe im Herbst um Obstbaumstämme heften. Sie verhindern, daß Frostspannerweibchen
hinaufklettern und dort ihre Eier ablegen.
Kohlkragen
Kohlkragen um die Stengel junger Kohlpflanzen legen. Sie verhindern, daß die Kohlfliege
ihre Eier an der Stengelbasis ablegt.
Stäuben mit Steinmehlen
Das Stäuben mit Steinmehlen, Algenpräparaten oder Holzasche wirkt gegen Läuse,
Erdflöhe, Gemüsefliegen und Kartoffelkäfer.
Gemüsefliegennetze
Gemüsefliegennetze im April und Mai über junge Gemüsepflanzen ausbreiten. Sie verhindern,
daß Schädlinge ihre Eier daran ablegen.
Biologische Spritzmittel
Die folgenden Spritzmittel basieren auf pflanzlichen Giften oder natürlichen Mineralölen und gelten daher als "biologisch". Pyrethrum-Präparate werden
aus dem Blütenextrakt bestimmter Chrysanthemenarten gewonnen und wirken auf Insekten und viele Nützlinge tödlich. Sie sind auch für den Menschen
giftig und dürfen nicht in offene Wunden gelangen. Quassia-Brühe wird aus dem tropischen Quassia-Holz hergestellt und tötet auch nützliche wie
schädliche Insekten ab. Beide Mittel nur in Notfallen einsetzen! Mineralölhaltige Mittel wirken durch ihren Ölfilm, unter dem die Schädlinge
ersticken. Spritzen Sie mit diesen Mitteln jedoch nur hartlaubige Pflanzen.
Lavendel
Lavendel wehrt Blattläuse ab
Selbstgemachte Spritzmittel gegen Blattläuse
Gegen Blattläuse müssen Sie keine schweren Gifte einsetzen. Versuchen Sie es zuerst immer mit mehrmaligem Abbrausen. Ist das erfolglos, spritzen Sie mit Schmierseifen-Spiritus-Lösung. Dazu 200 g Schmierseife und 1/4 l Spiritus in 10 I Wasser ansetzen. Erwärmen Sie das Wasser etwas, dann löst sich die Schmierseife besser auf. Spritzen Sie dieses Mittel unverdünnt auf befallene Stellen.
Brennesselauszug
Ein beißender Brennesselauszug hilft ebenfalls gegen Läuse: I kg Brennesseln in 10 I
kaltem Wasser 24 Stunden lang einweichen.
Unverdünnt spritzen
Abseihen und unverdünnt spritzen. Nicht verwechseln mit Brennesseljauche, die
mehrere Tage gären muß und als Kräftigungsmittel benutzt wird.
Häufige Schädlinge und ihre Bekämpfung
Blattläuse
Abspritzen mit kaltem Wasser; Spritzen mit Brennnesselauszug; Einstäuben mit Gesteinsmehl oder Algenkalk; Bohnenkraut neben Bohnen, Tomaten und Gurken wehrt die Schwarze Bohnenlaus ab.Blutläuse
Kapuzinerkresse zur Abwehr auf die Baumscheibe pflanzen; die Rinde abbürsten; Stamm mit biologischem Baumanstrich versehen; stark befallene Triebe entfernen.Spinnmilben/Rote Spinne
Befallene Teile entfernen; weichlaubige Pflanzen mit Brennesselauszug spritzen; hartlaubige Pflanzen mit mineralölhaltigem Mittel spritzen; bei Obstbäumen Stammanstrich im Winter.Nematoden (Fadenwürmer, Älchen)
Tagetes und Ringelblumen pflanzen, sie vertreiben Nematoden; Fruchtwechsel und Mischkultur verhindern eine einseitige Entwicklung des Schädlings; befallene Pflanzen vernichten, nicht kompostieren.Schildläuse
Stamm abbürsten; Stammanstrich im Herbst; im Februar/März mit mineralölhaltigem Mittel spritzen, dies wirkt auch bei Blattläusen und Frostspannern; Spritzung kann im Sommer wiederholt werden.Erdflöhe
Sie lieben Trockenheit; daher Boden feucht halten, hacken oder mulchen; wichtig ist der Schutz junger Pflanzen durch Stäuben mit Steinmehlen oder Algenkalk; den Zuzug verhindern auch Schutznetze.Dickmaulrüßler
Die Käfer am besten abends mit Taschenlampe absammeln; gegen die Larven parasitäre Nematoden einsetzen; sie werden von April bis September mit dem Gießwasser auf befallene Stellen ausgebracht.Frostspanner
Zur Vorbeugung im Herbst Leimringe um den Stamm der Obstgehölze legen; Winterspritzung mit mineralölhaltigem Mittel oder Spritzen mit Bacillusthuringiensis-Präparat kurz vor oder zur Blütezeit.Raupen an Gemüse
Gegen die Eiablage im April/Mai Schutznetze über die Gemüse ausbreiten; bei Befall Eier und Raupen regelmäßig absammeln; Spritzen mit Bacillusthuringiensis-Präparat, nicht mit Brennesselbrühe!Gemüsefliegen und ihre Maden
Zur Zeit der Eiablage (April/Mai) Netze auslegen; Mischkultur mit abwehrenden Pflanzen; Stäuben mit Steinmehl, Algenpräparaten oder Holzasche; gegen Kohlfliege Kohlkragen anlegen.
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