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Der Ranunkelstrauch oder das Japanische Goldröschen

 

Schon im Mai erscheinen die ersten goldgelben, zierlichen Blütenröschen des Ranunkelstrauches. Und sogar im November, wenn die warmen, sonnigen Tage längst den naßkalten und trüben Herbstwetter gewichen sind, blüht er noch immer - oder besser gesagt schon wieder. Der Ranunkelstrauch blüht meist zweimal im Jahr, im Früh - und im Nachsommer.
Ranunkelstrauch
 

Ein Strauch mit vielen Namen

Ranunkelstrauch, Gelbe Brombeere, Japanische Rose, Japanisches Goldröschen, Kerrie - alles Namen für einen einzigen Strauch. Abgesehen vom Namen Kerrie, der sich von der botanischen Bezeichnung Kerria japonica ableitet, zielen alle übrigen Namen auf die goldgelben Blüten, die dem Strauch sein unverwechselbares Aussehen geben. Über lange Zeit galt der aus Japan und China stammende Strauch tatsächlich als eigentümliche, gelbblühende Brombeere. Deshalb wurde er von Gärtnern zunächst unter der Gattung Rubus geführt. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekam der Strauch schließlich den Namen Kerria japonica.

Gewissermaßen einmalig

Mit dieser Namensgebung wurde nicht nur der englische Botaniker William Kerr, der viele ostasiatische Gehölze nach Europa gebracht hat, geehrt. Es wurde auch der eigenständigen, verwandtschaftlichen Stellung des Strauches Rechnung getragen. Denn mit Rosen, Brombeeren oder gar Ranunkeln hat die Kerria in der Tat recht wenig zu tun. Zwar wird sie wie die Rosen und Brombeeren zu den Rosengewächsen gezählt, doch steht sie hier recht allein und einsam da: innerhalb der Gattung Kerria gibt es nur eine Art, nämlich Kerria japonica.

Zartes Laub

So wie die Blüten an Brombeeren oder an Hahnenfuß (Ranunculus) erinnern, ähneln die frischgrünen, nicht weniger zierlich ausgebildeten Blätter mancher Birkenart. Mit scharf gesägtem Rand und lang ausgezogener Spitze treiben sie schon früh im Jahr aus den runden Knospen. Die Blätter können bis zu fünf Zentimeter lang werden und fallen erst spät im Jahr, meist nach den ersten Frösten, ab.

In Form halten

Allein im Wuchs vermag der höchstens zwei Meter hoch werdende Strauch nicht ganz zu überzeugen. Die dünnen, grünbleibenden Triebe wachsen aufrecht und wirr durcheinander. Schosse, die aus den flach unter der Erde verlaufenden Wurzeln entspringen, verbreitern die Strauchbasis immer mehr, gleichzeitig sterben die Triebe schon im Alter von wenigen Jahren ab. So neigt der Strauch dazu, im Inneren hohl zu werden und wer nicht aufpaßt, hat bald ein überdimensionales Nest im Garten. Gegen diese Wachstumstendenz des Ranunkelstrauchs hilft nur ein jährlicher Schnitt, der das ganze Gebilde kompakt und auch im Zentrum jung hält. Unerwünschte Wurzelaustriebe am Rand sollten Sie daher ebenso wie alles ältere und absterbende Holz im Inneren entfernen. Wenn Sie das beachten, bereitet der übermäßige jährliche Stockaustrieb eigentlich keinerlei Schwierigkeiten.
Tipp

Krankheiten kennt der Ranunkelstrauch nicht. Zu beachten ist aber, daß die dreijährigen Triebe absterben. Der Strauch treibt aus dem Stock nach. Nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch um den Strauch jung und wuchskräftig zu erhalten, müssen die absterbenden Triebe sowie eventuell zurückgefrorene Zweige jedes Jahr entfernt werden.
Ranunkelstrauch Ranunkelstrauch

Die gefüllte Sorte: Pleniflora
 

Flache Wurzeln

Die Neigung des Strauches, zahlreiche Ausläufer zu bilden, rührt von seinem flach streichenden und wenig in die Tiefe gerichteten Wurzelwerk. Das macht den bereits erwähnten jährlichen Schnitt notwendig. Gleichzeitig haben Sie aber die Möglichkeit, solche Wurzelausläufer von den Hauptwurzeln zu trennen und auszugraben. Den Ranunkelstrauch können Sie so problemlos vermehren und verpflanzen. Wenn es im Sommer heiß wird und die Erde ausdörrt, hat der Flachwurzler keine Möglichkeit, Wasser aus der Tiefe zu holen. Er muß deshalb während des Sommers gelegentlich gewässert werden, das dankt er Ihnen dann mit reicher Blüte. Ansonsten sind seine Ansprüche recht gering. Sonne und Schatten bekommen dem Ranunkelstrauch gleichermaßen, die Blüte fällt an einem hellen und lichten Ort natürlich reichlicher aus.

In der Gruppe pflanzen

Nicht zuletzt wegen der unübersehbaren Schwächen im Wuchs ist eine Gehölzgruppe als Standort ideal - hier kann das Goldröschen mit seinen aparten Blüten glänzen. Und wenn Sie auch auf winterwirksame Pflanzkombinationen Wert legen, dann sollten Sie den grünrindigen Strauch zu gelb - und rotholzigen Hartriegelarten (Cornus sanguinea und Cornus stolonifera) gesellen. Ein höchst attraktives Ensemble.
 
Ranunkelstrauch Ranunkelstrauch

Ein gelbes Blütenmeer
Tipp

Als Scheinkerrie (Rhodotypos scandens) wird ein ebenfalls aus Japan stammender Strauch bezeichnet, der ähnliche Blätter wie Kerria besitzt. Rhodotypos hat aber gegenüberstehende Blätter, blüht weiß und bevorzugt eher trockene Standorte.

Standort

Sehr anspruchslos. Für sonnige und schattige Plätze gleichermaßen geeignet. Recht rauchhart, verträgt städtisches Klima. Für Gehölze, Blüten - und Wildhecken.

Boden

Anspruchslos, am besten frische Böden. Zu Trockenheit neigende oder verdichtete Erde ist ungünstig. Nur mäßig kalkverträglich

Pflege

Ohne Aufwand zu halten. Jährlicher Schnitt im Spätwinter empfiehlt sich. Hierzu alles alte Holz direkt über dem Boden entfernen.
Tipp

Viel wertvoller als die Wildart ist die Sorte `Pleniflora' mit gefüllten Blüten und eher kompaktem Wuchs. `Pleniflora' bildet kaum Ausläufer, wächst aufrecht und neigt weniger dazu auseinanderzufallen. Ihr Wuchs braucht daher nicht so streng kontrolliert zu werden. Ein Auslichten im Abstand von zwei oder drei Jahren genügt.
Ranunkelstrauch Ranunkelstrauch

Wegen der Ähnlichkeit mit Brombeerblüten wurde der Strauch früher zur Gattung Rubus gezählt
 

Pflanze übers Jahr

Frühling

Februar bis März

Bester Zeitpunkt für den Rückschnitt. April: Am feingliedrigen Geäst des Ranunkelstrauchs treiben die länglichen bis rautenförmigen, scharfzackigen Blätter aus.

Sommer

Mai bis Juli:

Während des ganzen Frühsommers dauert das Blühen der Kerria. Die dottergelben Röschen erinnern in ihrer Form und Gestalt an die Brombeerblüten. Bei Trockenheit ausgiebig wässern.

Herbst

September bis November:

Im Herbst treibt der Strauch meist zu einer zweiten Blüte aus, die oft bis in den Winter hinein andauert. Oktober: Der Ranunkelstrauch wird am besten jetzt gepflanzt.

Winter

Dezember bis Februar:

Die Kerrie ist sehr winterhart und benötigt keinen Winterschutz. Zurückgefrorene Triebe ersetzt der Strauch mühelos. Sie werden während des jährlichen Schnitts entfernt.
 
 
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