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Kohl anbauen und pflegen

 

Brassica-Arten zählten zu den ersten Gemüsesorten, die im Garten angebaut wurden. Erinnerungen an den Kohlgeruch und den gerade bei Kindern unbeliebter Kohlgeschmack hielten jedoch in letzter Zeit viele Gärtner davon ab, sie anzubauen und zu verzehren. Das ist sehr schade, denn moderne Sorten sind im Geschmack so variantenreich, daß für die meisten Gaumen etwas dabei ist.
Kohl anbauen
 

Großfamilie

Die weitläufige Brassica-Familie schließt nicht nur gängige, „echte" Kohlsorten, sondern Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Chinakohl u. v. m. mit ein. Einige, wie Steckrüben und Kohlrabi, scheinen auf den ersten Blick Wurzel oder Knollengemüse zu sein.

Andere, wie Senf, finden als Kräuter Verwendung. Viele Zierpflanzen gehören ebenfalls dazu. Zu den beliebtesten zählen Goldlack und Levkojen. Allen Brassica-Arten gemeinsam sind die Probleme und deren Behandlungsmethoden.

Insbesondere darf man Kohlsorten niemals in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an derselben Stelle anbauen.

Pflanzenkauf

In den meisten Gartencentern und Gärtnereien werden Setzlinge schalen - oder streifenweise in miteinander verbundenen Minitöpfen aus Kunststoff angeboten. Das kann billiger werden als sie selber zu ziehen, wenn ein Streifen weniger als eine Samentüte kostet. Man erhält weniger Setzlinge, aber der Inhalt einer Samentüte wird nur im großen Garten vollständig gebraucht.

Der Nachteil: Es werden weniger Sorten angeboten. Vergewissern Sie sich, daß die Setzlinge frei von Krankheiten und Schädlingen und nicht zu mickrig sind. Außerdem sollten sie nicht zu viele Wurzeln haben. Wenn sie unter Glas angeboten werden, erst abhärten, dann auspflanzen.

Vorbereitung

Bereiten Sie die Beete gründlich vor. Beim Umgraben im Herbst des Vorjahres Dünger einarbeiten und auf die Oberfläche Kalk streuen, der selbst seinen Weg in den Mutterboden findet. Den Boden zur feinen Krume harken. Etwa 14 Tage vor dem Pflanzen ca. 90 g Allzweckdünger je qm einarbeiten.

Zierkohl

Rotkohl kann recht dekorativ wirken. Er gehört nicht nur in den Gemüsegarten, sondern kann auch im Blumenbeet ausprobiert werden. Noch dekorativer wirken die neuen Zierkohlsorten, die im Blumenbeet überaus interessant aussehen. Einzeln oder in Gruppen bzw. Mustern pflanzen.
 
Kohl anbauen
Mischkultur

Da reife Kohlsorten viel Platz benötigen, aber zum Reifen viel Zeit brauchen, kann man ohne weiteres schnellwachsendes Gemüse wie Kopfsalat oder Radieschen zwischen den Reihen anbauen. Sie werden zur gleichen Zeit wie der Kohl ausgesät. Lange bevor der Kohl den Platz benötigt, werden sie abgeerntet sein.

Aussaat

Bei der Kohlaussaat gibt es zwei Verfahren: entweder unter Glas in Töpfen bzw. Schalen oder im Freien. Wird eine Frühernte erwünscht, empfiehlt sich die Aussaat unter Glas. Verwenden Sie eine gute Anzuchtmischung und halten Sie das Substrat feucht. Mäßige Wärme ist hilfreich, aber nicht unbedingt nötig. China- und Spargelkohl sät man am besten direkt aus, damit sie gar nicht erst umgepflanzt werden müssen. Überschüssigen Kohlsamen kann man im nächsten Jahr noch benutzen, da er langlebig ist.
 
Kohl anbauen Aussaat

Meist sät man Kohlsamen im Freien in flachen Saatrillen aus. Den Boden zur feinen Krume harken und 14 Tage vor der Aussaat düngen.
 

Schädlinge und Krankheiten

Kohlarten sind viel anfälliger als alle anderen Gartenpflanzen. Auf diese Schädlinge und Krankheiten muß man besonders achten:

Vögel und Tauben

Vögel, besonders Tauben, fressen die Blätter. Schnüre halten sie manchmal ab, den richtigen Schutz aber bietet ein Netz.

Kohlfliegen

Kohlfliegen sind kleine Maden, die am unteren Stengel und an der Wurzel fressen. Filzreste oder Plastikfolie um die Pflanzen auslegen, damit die Fliege die Wurzeln gar nicht erst erreicht. Bei Befall mit Schmierseifenlösung einreiben.

Raupen

Raupen fressen die Blätter. Eier suchen, bevor die Raupen ausschlüpfen, und entfernen. Raupen mit der Hand abpflücken. Wenn Sie das unangenehm finden, hilft nur ein chemisches Sprühmittel.

Kohlhernie

Kohlhernie zählt zu den schlimmsten Plagen, die Kohlsorten und Lauch befallen. Es handelt sich um eine Schleimpilzkrankheit. An den Wurzeln bilden sich Wucherungen. Das Pflanzenwachstum wird durch diese gehemmt bzw. die Pflanze geht ein. Wenn der Erreger sich erst einmal im Boden befindet, läßt er sich nur schwer entfernen. Der Boden muß durchlässig und kalkhaltig sein, um den pH-Wert auf ca. 7,5 anzuheben. Auf Fruchtfolge achten, damit Kohlsorten nicht in aufeinanderfolgenden Jahren an derselben Stelle angebaut werden. Setzlinge in ein Wurzelbad aus Schachtelhalmbrühe und Lehm tauchen. Das Wachstum der Jungpflanzen mit Kräuterjauche fördern. Boden zwei Wochen vor der Aussaat mit Algenkalk versehen. Befallene Pflanzen verbrennen.

Kohlerdflöhe

Kohlerdflöhe durchlöchern die Kohlblätter. Jungpflanzen mit starker Wermut - und Rainfarnbrühe zweimal pro Woche spritzen.

Schnecken

Schnecken fressen die Blätter. Schneckenkorn verwenden. Nachts spürt man sie mit einer Taschenlampe leicht auf. Sie lassen sich dann mit der Hand absammeln.
 
Kohl anbauen Zwischen Kartoffelreihen

Traditionell wird Frühjahrskohl zwischen Kartoffelreihen gepflanzt. Bis der Kohl den Platz benötigt, sind die Kartoffeln längst abgeerntet.
 

Auspflanzen

Mit vier oder fünf Blättern sind Jungpflanzen pflanzfertig. Kohlsetzlinge, die unter Glas aus Samen gezogen wurden, müssen vor dem Auspflanzen gründlich abgehärtet werden. Ca. 2 Stunden vor dem Umpflanzen gießen.
 
Kohl anbauen Fest einpflanzen

Kohl muß man fest einpflanzen. Den Boden kräftig festtreten, bevor Pflanzlöcher ausgestochen werden. Man sticht sie am besten mit einem Setzholz aus, doch eine Kelle reicht auch.
Kohl anbauen Setzlinge einsetzen

Setzlinge vorsichtig in das jeweilige Pflanzloch einsetzen. Rund um die Pflanze den Boden gut festdrücken. Zum Schluß werden die Setzlinge reichlich gegossen.
 
 
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