Hydrokultur bei Zimmerpflanzen
Hydrokultur bedeutet, eine Pflanze ohne Erde oder ein anderes Pflanzsubstrat zu kultivieren. Statt dessen verwendet man eine chemisch stabile Substanz als Haltesubstrat und versorgt die Pflanze über das Wasser mit Nährstoffen. Die Hydropflanze muß seltener gegossen werden (oftmals nur jeden zweiten oder dritten Monat), und das Risiko, sie zu reichlich zu gießen oder sie vertrocknen zu lassen, ist geringer. Die für die Hydrokultur ausgesuchte Pflanze muß für einen feuchten Platz geeignet und in der Lage sein, sich an die neue Lebensweise zu gewöhnen; sie muß Halbschatten vertragen, denn wenn das Hydrogefäß aus durchsichtigem Glas besteht, kann an einem vollsonnigen Standort die Entwicklung von Algen zu einem Problem werden. Als Hydrotopf eignen sich viele Gefäße, vom einfachen Hyazinthenglas bis zu den komplizierter aufgebauten Systemen, bei denen die Pflanze in einem Innentopf und das Haltesubstrat in einem Übertopf steht.
Haltesubstrate
Es gibt viele chemisch stabile Substanzen, darunter Lecaton, Gel und Tongranulat, die als Haltesubstrat verwendet werden können. Lecaton ist ein leichter
Blähton, den der Handel in Form von kleinen Kugeln anbietet. Sie haben eine poröses Inneres und eine feste Hülle und können Wasser sowohl speichern als
auch weiterleiten. Wasserspeicherndes Gel funktioniert im Hydrotopf genau so wie in den Töpfen und Blumenampeln im Freien. Für die Hydrokultur werden sie
allerdings nicht mit Erde vermischt. Die Trockenkristalle, die vor ihrer Verwendung einige Stunden lang in Wasser und flüssiger Pflanzennahrung eingeweicht
werden müssen, lassen sich zur Erhöhung der optischen Wirkung einfärben.Tongranulat ist zusammen mit einem Wasserstandsanzeiger und Dünger erhältlich. Die
Kügelchen saugen Feuchtigkeit auf und geben sie entsprechend dem Bedarf der Pflanze wieder ab.
Abgemessene Menge trockene Kristalle
Geben Sie eine abgemessene Menge trockener Kristalle in ein wasserdichtes Gefäß und füllen Sie entsprechend
der Anleitung des Herstellers auf der Verpackung Wasser auf. Beginnen die Kristalle aufzuquellen, gießen
Sie weiter Wasser zu.
Immer wieder Wasser zugeben
Geben Sie über mehrere Stunden hinweg immer wieder Wasser zu und lassen Sie die Kristalle stehen,
damit sie möglichst viel davon absorbieren. Lassen Sie zum Schluß das überschüssige Wasser
ablaufen. Das Gel ist nun gebrauchsfertig.
Farbloses Gel
Wollen Sie farbloses Gel verwenden, dann können Sie mit dem Einsetzen der Pflanze sofort beginnen. Wird ein buntes Gel gewünscht,
dann setzen Sie Lebensmittelfarbe zu, um der Masse die gewünschte Farbe oder einen zur Pflanze passenden Ton zu geben.
Die Pflege von Hydropflanzen
Damit die Wurzeln der Hydropflanze nicht faulen, sollten sie niemals im Wasser sitzen. Wasser, das das Haltesubstrat nach dem Gießen nicht absorbiert
hat, wird weggeschüttet. Um auch beste Ergebnisse zu erzielen, verwenden Sie in Wasser bewurzelte Stecklinge, die bereits sukkulente Wurzeln besitzen.
Je jünger die Pflanze, desto größer ist die Chance einer erfolgreichen Umstellung auf Hydrokultur.
In Wasser bewurzelten Steckling aussuchen
Suchen Sie einen in Wasser bewurzelten Steckling aus, der bereits sukkulente Wurzeln besitzt, damit er mit der
Kultivierung im Hydrotopf auch zurechtkommt. Diese Dreimasterblume (Tradescantia flumnensis) wird im
wasserhaltigen Gel sicher schnell Fuß fassen.
Ungewöhnlicher Blickfang
Pflanze, Gel und Hydrogefäß können zur Zimmereinrichtung passend gewählt werden. Sie bilden
dann einen ungewöhnlichen Blickfang, der nicht viel Pflegeaufwand verlangt. Hier wurde eine
buntlaubige Dreimasterblume in mauvefarbenes Gel eingesetzt.
Düngen
Da jedes Nährstoffsubstrat nach einem eigenen Düngeregime funtioniert, richtet man sich am besten nach den Hinweisen des Herstellers.
Im allgemeinen wird der Dünger beim Auffüllen des Wassers zugegeben. Sieht die Pflanze zwischen den Wassergaben blaß oder gelb aus,
dann sind vielleicht zu wenig Nährstoffe vorhanden. Einmal wöchentlich sollte ein Blattdünger verabreicht werden.
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