Samen von Pflanzen sammeln
Gartenpflanzen geben eine wertvolle Saatgutquelle ab, die man nicht vernachlässigen sollte. So fahren Sie eine „Samenernte" mit Höchstertrag ein. Die meisten Gartenpflanzen, Blühpflanzen wie Gemüse, leiten einen Groß teil ihrer Energie in die Samenproduktion. Meist tun sie es vergebens, denn sie werden am Ende der Saison ausgegraben und auf den Komposthaufen geworfen oder verbrannt, ohne daß daran gedacht wird, diesen wichtigen Aktivposten zu nutzen. Nicht alle Pflanzen produzieren Saatgut, das für gärtnerische Zwecke geeignet ist. Einige sind steril und produzieren überhaupt keine Samen. Es handelt sich z. B. um Pflanzen mit gefüllten Blüten, bei denen die Geschlechtsteile in Blütenblätter verwandelt worden sind und die sich infolgedessen nicht vermehren können, bzw. um Hybriden, die ebenfalls reproduktionsunfähig sind. Diese erkennt man daran, daß die Samenschoten sich entweder gar nicht entwickeln oder leer sind, wenn man sie öffnet.
Offene Bestäubung
Die meisten Gartenpflanzen werden per Zufall bestäubt. Die Bestäubung hängt beispielsweise davon ab, daß der Wind den Blütenstaub von einer Nachbarpflanze
herüberweht. Oder die Pflanze verläßt sich darauf, daß eine Biene oder ein anderes Insekt den Pollen von einer Blüte zur anderen befördert. Häufig fliegt
die Biene in einem solchen Fall von einer Pflanzenart zur nächsten. Das Ergebnis: Fremdbefruchtung oder bestäubung. Die Sämlinge werden dann wohl eine
Kreuzung zwischen den Pflanzeneltern, denen sie entweder gar nicht oder nur zum Teil ähneln. So entstehen neue Pflanzen. Das Verfahren kann aufregend
sein, fällt in der Regel jedoch enttäuschend aus, da die neue Pflanze häufig minderwertig ist. Nur wer viel Glück hat, erhält eine höherwertige Kreuzung.
Die Bestäubung klappt auch nicht immer, denn einige Arten sind mit Art - bzw. Gattungsgenossen nicht kompatibel und produzieren deshalb nur arttypische
Sämlinge.
Saatguternte
Samenkopf schütteln
Entweder Samenkopf abschneiden und in eine Papiertüte stecken oder Stielspitze über der Tüte bzw. in diese hinein nach unten biegen und
Samenkopf schütteln oder mit den Fingern entlangfahren, so daß die Körner in die Tüte hineinfallen. Pflanzennamen unbedingt auf der
Tüte vermerken.
Papiertüte um die Samenkapsel binden
Bei Pflanzen, die ihre Samen mittels Explosion in die Welt befördern, bindet man am einfachsten eine kleine Nessel -
oder Papiertüte um die Samenkapsel. Sie muß um den Stengel festgebunden werden, damit Samen nicht entweichen können,
wenn die Kapsel explodiert. Danach entfernt man Tüte nebst Inhalt wieder vorsichtig.
Bestäubung mit der Hand
Warum man Samen sammeln sollte?
Wann ist das Saatgut reif?
Samen säubern
Die Reinigung des Saatguts ist wichtig, denn Blatt-, Stengel - oder Samenkapselteile können Krankheitskeime enthalten. Diese müssen nicht unbedingt an
den Nachwuchs weitergegeben werden.
Samentüten offenlassen, bis der Inhalt trocken geworden ist. Bei Samenkapseln, die explodieren z. B. Geranien Tüten verschließen, da das Saatgut sich
sonst überallhin verteilt. Tüten kühl und belüftet aufbewahren und nicht direktem Sonnenlicht aussetzen, da Wärme Samen abtöten kann. Nur trockenes
Saatgut säubern. Die meisten größeren Pflanzenteile trennt man mit den Fingern ab. Den Rest entfernt man mit Sieben. Durch ein grobmaschiges Sieb fallen
Samen und kleinere Fremdkörper hindurch. Mit einem feinmaschigen Sieb hält man das Saatgut zurück. Den Inhalt des Siebs auf eine Untertasse ausschütten
und sanft darüber pusten. Das (schwerere) Saatgut bleibt liegen, Staub und Spreu fliegen fort.
Auf ein Blatt Papier sieben
Samen sorgfältig auf ein Blatt Papier sieben. Vorgang wiederholen
Aufbewahrung der Samen
Kuvert
So kommen die Samen ins Kuvert
F1-Hybriden
Bei der F1-HybridZüchtung werden die positiven Eigenschaften von mehreren Pflanzen in einer vereinigt. Bei selbstgewonnenen Samen
kommt es allerdings rasch zu einem Verlust der guten Eigenschaften. Daher ist es empfehlenswert, nur Samen vom Züchter zu verwenden,
um gute Hybriden zu erhalten.