Frühbeete sind einfach und preisgünstig anzufertigen
Im Prinzip ist ein Frühbeet ein Gewächshaus im Kleinformat. Beinahe alles, was sich im kleinen Gewächshaus machen läßt, dürfte auch im Frühbeet gelingen.
Es schützt die Pflanzen, aber der Gärtner bleibt draußen in der Kälte. Das ist natürlich ein Nachteil. Im Vergleich zu einem Gewächshaus hat das Frühbeet
dennoch einige Vorteile. Zum einen ist es preiswerter und ohne weiteres aus Holzresten, Glas oder Kunststoff anzufertigen. Zum anderen kann man es leicht
und kostengünstig warm halten, und wenn es aus leichten Materialien gebaut ist, läßt es sich relativ mühelos im Garten umstellen. Die gravierendsten
Nachteile: Man kann darin keine großen Pflanzen wie Tomaten ziehen, und man muß sich bücken, was Hobbygärtnern mit Rückenproblemen nicht zusagen wird.
Schatten spenden
Wenn ein Frühbeet zum Vermehren benutzt wird, brauchen die Jungpflanzen Schutz vor der Sonnenwärme. Am einfachsten geht es, wenn man dichtmaschige Netze
über das Frühbeet legt. Besser sind jedoch leichte Rahmen, die mit reflektierender Folie überzogen sind. Man legt sie auf die Scheiben des Frühbeets. Im
Sommer, wenn es bei geschlossenem Frühbeet zu warm wird, setzt man nur die Abschirmung ein.
Das Fundament
Als Fundament reicht Boden oder Anzuchterde, wenn Pflanzen z. B. Gemüse direkt angebaut werden. Wenn das Frühbeet hauptsächlich für Topfpflanzen benutzt
wird, ist ein fester, ebener Untergrund besser. Dafür kommt Beton oder festgewalzte Erde in Frage (Boden mit Kunststoffolie auslegen, um Unkraut
abzuhalten). In beiden Fällen für ausreichenden Abfluß sorgen. Praktisch ist auch eine Kiesschicht, in die die Töpfe eingebettet werden. Diese Schicht
hält sie im Sommer kühl und im Winter warm und wirkt ausgesprochen hell und heiter.
Praktische Details
In seiner Grundform ist das Frühbeet eine rechteckige Kiste mit einem Schrägdach. Die Dachschräge dient drei Zwecken: Regenwasser läuft von den Scheiben
ab, Kondenswasser tropft nicht auf die Pflanzen hinunter und die Scheibe bzw. Folie steht im besseren Winkel zur Wintersonne. Bei der herkömmlichen Bauart
verwendet man Klinkersteine oder Holz. Als Bauholz kommen ausgediente Eisenbahnschwellen in Frage, die im Winter für Wärme sorgen. Sie sind jedoch nicht
gerade leicht zu tragen. Oder man benutzt Sperrholz, das zwar nicht warm hält, aber sich ohne weiteres im Garten hin und herbewegen läßt.
Solide, warme Frühbeete
Solide, warme Frühbeete mauert man aus Klinker- oder Betonsteinen. Die Seiten lassen sich sogar
aus angemischtem Beton errichten. An einer Wand baut es sich leichter und es ist wärmer.
Die Fenster
Fenster und Rahmen lassen Licht und Luft ins Frühbeet hinein. Die Fenster, die möglichst groß sein sollten, bestehen aus Holz oder Alurahmen mit Scheiben
aus Glas oder Kunststoffolie. Glas ist wärmer und hat eine längere Lebensdauer. Es läßt sogar mehr Licht durch, ist aber schwer. Kunststoff verbiegt sich
unter der Last von Wasser oder Schnee und benötigt daher Drähte oder Stäbe als zusätzliche Stützen. Wenn die Rahmen weiß gestrichen werden, erhält man
zusätzliche Helligkeit, da Weiß das Licht reflektiert.
Seitenteile
Bei den meisten modernen Fertigbauten sind die Seitenteile entweder aus Alublech oder Glasscheiben
in Aluprofilen. Sie sind leicht, doch sie halten die Pflanzen nicht besonders warm.
Stütze verwenden
Man sollte eine Stütze verwenden, um bei warmem Wetter die Fenster offen zu halten, damit Wasserdunst entweicht und keine Fäulnis einsetzt.
Die Stütze muß fest sitzen, damit das Fenster nicht zuklappt oder durch Wind beschädigt wird. Drähte oder Haken halten die Fensterscheiben
gut verschlossen.
Vermehrung
Für die Pflanzenvermehrung sind Frühbeete ideal. Samen, die zum Keimen keine Wärme benötigen (die meisten Mehrjährigen und Sträucher), sind im Frühbeet
gut aufgehoben, die Sämlinge ebenso. Frisch pikierte oder umgetopfte Pflanzen brauchen eine abgeschlossene Umgebung. Auch hier bieten sich Frühbeete an.
Speicherplatz
Ein Frühbeet eignet sich als Raum für Pflanzen, die sich gerade in der Ruhephase befinden. Wenn sie Pflege benötigen oder wieder blühen, bringt man sie
ins Gewächshaus. Ins Frühbeet kommen auch Topfpflanzen, die auf einen Platz im Garten warten oder verschenkt bzw. verkauft werden sollen. Dort bleiben
sie von Unkraut verschont.
Gemüse anbauen
Frühbeete lassen sich im Garten aufstellen, um Frühgemüse zu ziehen. Möhren, Kopfsalat und Radieschen zum Beispiel. Später
kommen dann Gurken und Melonen dazu. Den Boden jährlich auswechseln bzw. bei Leichtbauweise den Standort wechseln.
Wärmebedarf
Den meisten Pflanzen bekommt Wärme. Jede auch noch so einfache Isolierung ist besser als gar keine.
Wärmeschutz
Als weiterer Wärmeschutz dient ein alter Teppich oder Sackleinen. Strohballen isolieren vollständig.
Im Winter sorgt auch Folie, über die Scheiben gespannt, für zusätzliche Isolierung.
Heizung
Frühbeete kann man zur Not mit kleinen Ölöfen heizen. Praktisch ist diese Heizmethode nicht. Es gibt Probleme mit der Verdunstung und Krankheiten, die
in feuchter, stehender Luft grassieren. Eine kleine E - Heizung ist einfacher und hält die Luft in Bewegung. Sie läßt sich auch über eine Zeitschaltuhr
regulieren. Bei gemauerten Frühbeeten kann man sogar eine Bodenheizung installieren.
Isolierung
Bei guter Isolierung ist eine Heizung in der Regel nicht erforderlich, wenn es nur darum geht, die Temperatur knapp über Null zu halten. Dicke Mauern
halten den Frost ab, Doppelverglasung ebenso. Einige Gartenfreunde basteln sich Doppelfenster mit Folie, die sie über die Scheiben spannen, wie es
früher in Altbauwohnungen üblich war.
Natürlich
Lange vor dem Einsatz von Strom oder Öl als Heizbrennstoff sorgten Mistbeete für die erforderliche Wärme. Auf einen Untergrund aus frischem Stallmist kommt
eine Deckschicht aus Mutterboden oder Substrat. Darauf wird das Frühbeet angelegt. Während sich der Mist zersetzt, wird Wärme frei, die das Beet warm hält.
Diese Methode empfiehlt sich für Frühgemüse wie Möhren.
Weiterführende Seiten zum Thema Pflanztechnik
Zurück zur Übersicht Pflanztechnik
Zurück zur Hauptübersicht